Now take out your books, pleeeease. Oder: Welche Alternativen gibt es?

Dieser Standardsatz kommt Ihnen sehr bekannt vor? Hoffentlich nur aus der eigenen Schülerzeit…Das Schulbuch in der Hinterhand bietet für Lernende, aber auch für Lehrende eine gewisse Sicherheit: Es haben sich (hoffentlich) kompetente Lehrkräfte und Autoren zusammengesetzt und ein geeignetes Buch geschrieben. Doch ist das in der heutigen Zeit noch der richtige Weg für den Fremdsprachenunterricht? Allen Unkenrufen zum Trotz (Stichwort „Digitale Demenz“) bietet doch das Internet eine Vielzahl an authentischen Quellen und Möglichkeiten des Austausch, sowohl für Lernende, als auch für Lehrkräfte. Oftmals reicht es schon aus, eine guten Artikel zu finden, wie ich an diesem Artikel zeigen möchte.

Ich unterrichte aktuell Azubis im zweiten Lehrjahr für IT-Berufe. Überraschenderweise haben die SuS ein recht hohes GeR-Niveau. Ich würde es sprachlich auf B2-C1 einschätzen. Für diese Lerngruppen existiert kein geeignetes Schulbuch. Ist aber auch nicht schlimm, sondern eine Chance, die es zu nutzen gilt.

Ich möchte diesen Umstand an einem beispielhaften Unterricht zeigen:
Ziel war es im Unterricht etwas über IT-Sicherheit zu erfahren, das entsprechende Vokabular / lexical chunks näherzubringen und das Know-how in kleinen Lehrvideos durch die SuS zu transferieren (in Zukunft geplant).

Vorbereitung

  1. Zunächst suchte ich eine geeignete Quelle für den Unterricht.
    Authentische Quellen für den Englischunterricht in der IT-Berufsschule
    Screenshot der Seite

    Dabei fiel mein Fokus auf einen Artikel von Gizmodo. Natürlich nicht eine journalistische Quelle der höchsten Güte á la NYT oder The Guardian. Wichtig war mir aber der Fokus auf Quellen, die die Lernenden möglicherweise selbst konsumieren würden. Wann hat die NYT etwas über IT-Sicherheit geschrieben? Würden die SuS darauf zurückgreifen? Vermutlich nicht.

  2. Da nicht jeder Unterrichtsraum über genügend Computer verfügt, kann der Artikel auch gedruckt werden. Hier kann man mit Hilfe von Web-Formatierungstools schnell und unkompliziert für den Druck formatiert werden, damit wenig Papier beim Druck / Kopieren verschwendet wird. Hier eine kleine Anleitung.

Unterrichtsstunde

  1. Zunächst eröffnete ich die Stunde mit der Frage, wie sie sich neue Vokabeln, bzw. lexical chunks recherchieren, bzw. merken. Vielen sind Wörterbücher wie dict.leo.org oder dict.cc ein Begriff. Trotzdem lernen sie die Vokabeln noch mit der Methode „Zuhalten und laut aufsagen“, was mich wunderte. Ich wollte ihnen eine weitere Möglichkeit aufzeigen (Quizlet s.u.)
  2. Jetzt teilte ich die Lerngruppe in neun Gruppen ein, sodass sie den Artikel lesen mussten, aus diesem zunächst lexical chunks ausfindig machen sollten, die sie dann auf ein gemeinsames Dokument auf titanpad simultan eintragen sollten. Titanpad funktioniert sogar im Browser eines Smartphones.

    Titanpad
    Symbolbild für Titanpad
  3. Jetzt importierte ich die Liste der lexical chunks direkt bei quizlet ein, sodass diese zentral gespeichert wurden und auch von dort aus gelernt werden konnten.

    Quizlet IT-Berufe
    Quizlet-Seite mit lexical chunks: Ausgesucht von den Lernenden
  4. Schlussendlich bereitete jede Gruppe eine Vorstellung über ihr Teilthema der IT-Sicherheit mit Hilfe von Kurzvorträgen vor (z.B. am PC mit Beispiel). In Zukunft möchte ich kleine Kurzvideos mit Hilfe von Smartphones aufnehmen lassen, die dann allen dauerhaft zur Verfügung gestellt werden können. Alternativ kann ganz klassisch zur Sicherung in der nächsten Unterrichtswoche ein Vokabeltest geschrieben werden.

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