Workflow: Vokabelisten erstellen, Plattform zum Lernen bieten und Tests generieren

Dieser Artikel soll einen einfachen Workflow präsentieren, der

  1. das zentrale Speichern von Vokabellisten ermöglicht
  2. die SuS beim Lernen unterstützt
  3. aus den Vokabeln / lexical chunks wiederum Vokabeltests generiert

Zentrales Speichern / Importieren von Vokabellisten

Viele Schulbuchverlage bieten eigene Apps mit denen die Vokabeln aus den entsprechenden Units gekauft werden können. Diese kosten je nach Verlag um die 6€ pro Installation. Das heißt, dass wenn jeder zweite SoS in einer Klasse die App installiert und die Vokabelliste kauft um die 84€ pro Klasse für virtuelle Daten, eine LISTE! generiert werden. In meinen Augen sind das zusätzliche Kosten, die bei den Kosten der Anschaffung für die Bücher nicht nötig sind.

Vokabeltrainer App
Vokabeltrainer-App

Alternative Quizlet a.k.a Fleißarbeit

Quizlet bietet die Möglichkeit kostenlos die eigenen Vokabeln einzutragen und online, wie offline mit Hilfe von Smartphone oder PC zu lernen.Manchmal sind die Listen auch bereits durch andere Nutzer der Plattform übertragen worden, sodass man diese 1 zu 1 übernehmen kann. Leider sind die Vokabellisten der Schulbuchverlage nicht immer vorhanden, dafür ist es aber möglich die eigenen Vokabellisten mit Fotos aus dem Netz zu vervollständigen.  Für die ersten 7 Units meiner Fachoberschulklasse haben wir die Listen bereits erstellt. Hierfür gehe ich ähnlich vor wie in einem vorhergehenden Artikel erwähnt.

Quizlet importieren
Quizlet importieren

SuS beim Lernen unterstützen

Die Vorzüge von Quizlet habe ich ebenfalls in dem anderen Quizlet-Artikel beschrieben und auf anderen Seiten werden sie noch viel ausführlicher dargelegt.

Tests generieren

Man kann bei Quizlet die Vokabeln auch wieder exportieren, sodass ein Import z.B. in ein Word-Dokument kein Problem darstellt. Dafür habe ich eine Tabelle mit 15 Zeilen erstellt und die entsprechende Zuordnung zur Note unten eingefügt. Das Dokument kann weiter unten im Beitrag heruntergeladen werden.

Ich gehe folgendermaßen vor:

  1. Zunächst exportiere ich die Wörte, die ich prüfen möchte, samt Übersetzung natürlich. Wie unten im Bild zu sehen kann man die Wörter über den Dialog exportieren und auf seine Wünsche anpassen (Trennsymbol usw.)
  2. Jetzt mittels Copy und Paste in die Tabelle des Word-Dokuments einbinden. Das Ganze gleich zweimal, da es eine Lehrerversion und eine Schülerversion gibt.
  3. Jetzt werden bei der Schülerversion die Vokabeln, die abzufragen sind, entfernt. Wozu nun die Lehrerversion?
  4. Die Lehrerversion kann später beim Korrigieren durch die SuS verwendet werden. Hierzu ist es hilfreich den SuS mitzuteilen, ihren Namen auf die Rückseite des Blattes zu schreiben. Auf jeden Fall sollte man nochmals alle Zettel überprüfen, sodass die Korrekturen in Ordnung sind.

Vorteil des Workflows:

  • SuS können überall lernen (ortsunabhängig)
  • Sie können mit Hilfe von Smartphone ohne Buch lernen (Buch-unabhängig).
  • Während des Vokabeltests haben sie alle nötigen Informationen bereits auf dem Blatt, ergo herrscht keine Unruhe wegen Nachfragen wie „Können Sie das dritte Wort nochmal sagen“.
  • Hiermit wird auch das Spicken erschwert.
  • Der Vokabelzettel bietet eine einheitliche Optik und die Felder sind einheitlich. Das ermöglicht eine schnellere Korrektur
  • Die Notenverteilung ist bereits direkt abgedruckt (s.u.) und ermöglicht ebenfalls eine schnellere Korrektur, da keine Prozentzahl o.ä. zu berechnen ist.
Notenverteilung

Anlage:

Vokabeltest

Welche (Lehrer-)Software setze ich ein?

EDIT (18.04.2016): Der Artikel ist jetzt genau ein Jahr alt. Zeit für ein Update.

Seit der dritten Klasse nutze ich Rechner und bin bis ca. 2005 ausschließlich mit Windows unterwegs gewesen. Durch mein Studium der Informatik habe ich den Blick über den Tellerrand gewagt und bin komplett auf Linux umgestiegen.

2013 dann habe ich mir ein Macbook Air gekauft aus mehreren Gründen, die ich jetzt gerne hier schildern möchte. Später dann gehe ich auf die einzelne Software ein, die ich für den Schulalltag benutze, da mich ein Kollege zuletzt gebeten hat, ihm als Mac-Neuling ein paar Tipps zu geben.

Gründe für den Wechsel:

  • Software, Software, Software. Klar gibt es auch unter Linux sehr viel Software, gerade viele Open Source Projekte, jedoch sind diese auch häufig bereit für den Mac angepasst, z.B. Chromium, Wine, usw.
  • Der App Store macht es sehr einfach, gute und günstige Software zu finden. Ja, ich bin bereit für gute Software Geld in die Hand zu nehmen.
  • Die native Unterstützung von Codecs und Software (z.B. MS Office) hat mir ebenfalls gefallen. LibreOffice kann leider immer noch nicht MS Office das Wasser reichen.

Negatives: Kosten. Ein Riesenfaktor. Einfach mal so 1000€ für ein Stück Hardware auszugeben, ist nicht jedermanns Sache. Ich sehe den Laptop als mein Werkzeug an, an dem ich im Refrendariat gut und gerne mal 8 Std. am Tag verbracht habe. Jeder Handwerker würde mir zustimmen, wenn ich sage: Gutes Werkzeug kostet Geld. Bei Apple zahlt man nicht für die Hardware an sich, sondern das Gesamtpaket Hardware und Software.

Also nun meine Softwareliste:

  • Chromium
    • Browser: Community Open Source Variante von Google Chrome
  • Forklift
    • Sehr umfangreicher Dateiverwaltungstool. Norton Commander im 21. Jahrhundert. Kann FTP, SFTP, …, Amazon S3, …
  • Little Snitch
    • Desktop Firewall mit sehr umfangreichen Tweaking und Netzwerkdiagnose
  • Office 2015: Word, Excel
  • LibreOffice
    • Bei odp- Schülerlösungen o.ä.
  • Pixelmator
    • Grafikprogramm, was sehr nah an Photoshop kommt und immer mal wieder stark reduziert ist.
  • Wondershare PDF Editor Pro
    • Mittlerweile heißt die Software wohl anders, ich habe sie im Rahmen von einem Wondershare-Bundle gekauft. Nicht perfekt, aber für meine Zwecke ausreichend (z.B. um PDFs zu verbessern)
  • Readkit
    • Mein RSS-Newsreader, mit dem ich mir die Feeds von Feedly zustellen lasse (z.B. andere Lehrer-Blogs wie der von Herrn Rau oder Jochen Lueders oder auch Heise News.
  • Textwrangler
    • Das Notepad++ Äquivalent für den Mac. Kostenlos
  • Eclipse
    • Die Standard-IDE für die Schule
  • Logisim
    • Eine einfache Software, um Digitale Schaltungen in der Schule zu simulieren (Open Source)
  • IpCalculatorver4
    • Zum Errechnen von Subnetzen
  • yEd
    • Super Tool, um z.B. Concept Maps oder Mind-Maps zu erstellen.
  • Cmaptools
    • Ein weiteres Tool, um umfangreiche Concept Maps zu zeichnen. Funktioniert sogar kollaborativ in der Cloud
  • Seafile
    • Zum Synchronisieren meiner Schuldaten verwende ich Seafile (Link), aber auch um dem Fotowust in unserer Familie Herr zu werden.

Linktipp: Macbundles.de Hier kann man sich den Newsletter abonnieren, der immer mitteilt, falls es kostengünstige Software-Bundles angeboten werden.

Zum Schluss noch ein Tipp zur Verwaltung von Schülernoten, usw.:  Tapucate

Schülerdaten und die Cloud: Ein Vergleich legaler Cloud-Lösungen

Dropbox. Ein Segen für den Datenaustausch.

Wären da nicht die Limitierung von 2 GB des Free-Accounts, der Vertrauensvorschuss den man Dropbox gibt, dass auch alles immer verfügbar ist und zu guter Letzt die Unverträglichkeit des Datenschutzes in Bezug auf Schülerdaten.

Seit ein paar Monaten experimentiere ich mit mehreren Software-Lösungen, die mir Ähnliches ermöglichen sollen wie Dropbox, nur eben konform mit Gesetzen, Verordnungen und Erlassen, sodass ich die Datenhoheit behalte. Dazu habe ich folgende Software-Lösungen für meinem privaten Gebrauch getestet (in chronologischer Reihenfolge):

  1. Owncloud
  2. Btsync
  3. Seafile

Hier nun eine kurze Beschreibung der drei Dienste, die ich bei mir zuhause nacheinander auf meinem Intel NUC (läuft z.Zt. mit Ubuntu 14.04.2 LTS) installiert habe:

Btsync

Zunächst nutzte ich Btsync, welches sehr einfach auf mehreren Rechner installiert werden kann, die nicht unbedingt Server sein müssen.

Btsync geht einen komplett anderen Weg. Einmal installiert auf einem Rechner kann man jedem anderen Rechner, der auch Btsync installiert hat, lesenden oder auch einen Schreibzugriff geben. Das macht ein sehr schnelles Synchronisieren leicht, unter der Prämisse, dass alle Parteien die Software installiert haben.

Mit Btsync war ich lange Zeit relativ zufrieden, auch aufgrund seiner einfachen Installation.

Was mir gefiel:

  • Einfache Installation
  • Einfache Erweiterbarkeit
  • Problemloses Synchronisieren

Warum bin ich dann doch nicht bei Btsync geblieben?

  • kein Webinterface: Wie soll ich von einem Schulrechner auf Btsync-Dateien zugreifen, falls ich mal z.B. kurz die Notenliste vom Vorjahr brauche?
  • closed-source: Richard Stallman kann man als Dogmatiker bezeichnen, aber wo er Recht hat…Gerade im Umgang von sensiblen Daten, möchte ich wissen, was die Software macht, bzw. möchte ich zumindest die Möglichkeit bekommen, es nach prüfen zu können.
    • Nachdem ich meine Firewall-Logs studiert hatte, fiel mir auf, dass btsync nach jedem Start nach Hause telefoniert, sei es um nach Updates zu suchen, oder was auch immer, ein unwohles Gefühl hatte ich dabei
    • Der Todesstoss: http://www.heise.de/security/meldung/l-f-Luecken-bei-BitTorrent-Sync-2459851.html

Das war’s mit Btsync, also blieb noch Seafile und Owncloud / Nextcloud

Seafile

Seafile ist ein OpenSource Projekt, welches ähnlich wie Dropbox arbeitet. Als Unterbau setzt es auf Linus Torvalds Git, welches als Repository für viele Software-Projekte eingesetzt wird (siehe z.B. Github). Es ist in Python geschrieben und gilt als sehr perfomant, sodass es sogar fertige Images für Raspberry Pi und Konsorten gibt.

Hier die Vorteile für Seafile

  • Open Source: Mehraugen-Prinzip, es schauen mehrere Programmierer auf den Code
  • Git-Unterbau: Git hat sich bereits als sehr gutes Versionierungstool bewährt
  • Es ist sehr viel performanter als Owncloud, aber auch (natürlich total subjektiv) als Btsync
  • Weboberfläche, die selbst bei Bildern diese als Thumbnail anzeigt, Mp3s im Browser abspielen lässt oder Word-Dokumente editierbar macht (mit Hilfe von LibreOffice).

Natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt, hier meine erkannten Nachteile:

  • Seafile hat eine relativ beschränkte Funktionsweise. Das muss kein Nachteil sein, da sie verstärkt die Grundfunktionalitäten sicher stellen.
  • Kein Kalender, kein Adressbuch, usw.

Nextcloud

Zu Anfangs versuchte ich mich an Nextcloud, da Nextcloud nicht nur das Austauschen von Dateien erlaubt, sondern auch gleich u.a. einen Kalender, einen Aufgabenplaner und ein Adressbuch mitbringt. Nextcloud arbeitet dabei ähnlich wie Dropbox, jedoch gibt es wesentlich mehr Features als bei Dropbox.

Was mir positiv auffiel:

  • Sehr vielfältige Möglichkeiten des Datenaustauschs, u.a. Dropbox, FTP, usw.
  • Weboberfläche zum managen, ohne die Software installieren zu müssen (ähnlich wie Dropbox)
  • Sehr große Entwicklercommunity und ständige Updates

Was mir nicht gut gefiel:

  • Vieles ist möglich, nichts ist zu 100% perfekt oder bugfrei
  • Sehr umständliche Installation (MySQL Server, PHP…), alles muss in Einklang gebracht werden
  • Synchronisierung ist problematisch (Konfliktdateien noch und nöcher)

Warum Owncloud und ich keine Freunde wurden: Mein Hauptanwendungsfall ist nunmal das sichere Abspeichern von wichtigen Daten, die auch von überall abrufbar sein sollen.

EDIT (12.09.2016): Mittlerweile erscheint Owncloud, bzw. Nextcloud als einzig wahre Alternative, nachdem nicht klar ist, wer die Markenrechte an Seafile hält und meine Seafile-Installation von heute auf morgen nicht mehr lief. Ich arbeite nun seit ca. 6 Monaten mit Nextcloud und es erscheint mir entsprechend praxistauglich.