Englischunterricht mit Virtual Reality verbinden?

Virtual Reality ist ein aktueller Trend, der auch im Unterricht genutzt werden kann, da die Inhalte hiermit plastischer wirken und eigene Lernprodukte durch die Lernenden erstellt werden können (Konstruktivismus / Lerner = Lehrer).

3D-Fernseher gibt es bereits seit mehr als 5 Jahren. Auch wenn ihre Popularität stark gesunken ist und sie zukünftig kaum noch produziert werden, bildet sich doch jedoch mit Google Cardboard (o.ä. Geräten) in Verbindung mit Smartphones eine bessere Möglichkeit virtuelle Realität auch in der Bildung zu nutzen.

Google Cardboard

2014 veröffentlichte Google die erste Variante des Google Cardboards. Bei Google Cardboard handelt es sich um ein aus Pappkarton, zwei Plastiklinsen, Magneten und Gummis zusammenzubauendes Gehäuse, in das dann ein Smartphone gesteckt wird, welches die 3D-Bilder liefert. Da Smartphones bereits mit jeder Menge Sensoren bestückt sind, können diese genutzt werden, um ein komplettes 3D-Erlebnis zu liefern (s. Video unten). Zunächst wirken die, aus Wellpappe mit Plastiklinsen selbst zusammengebastelten Cardboards etwas amateurhaft, zeigen sie jedoch mit einfachen Mitteln die Möglichkeiten der neuen 3D-Welt auf. Mittlerweile ist der Hype um Virtual Reality im Mainstream angekommen. Firmen wie Nvidia, Samsung, Facebook, um nur ein paar Firmen zu nennen, sehen einen Wachstumsmarkt.

Warum eignet sich gerade Google Cardboard für den (Englisch-)Unterricht?

Vielzahl an Apps

Youtube bietet bereits kompatible 3D-Videos, Google Street View ermöglicht das Besuchen von fremden Städten und Läden, Arte360 (Android, iOS) bietet einige 3D-Videos bspw.: von einer Mont-Blanc-Besteigung oder auch Tauchvideos, …

Die Tauglichkeit der einzelnen Apps müsste jede LK für sich selbst testen und mit den jeweiligen Lehrplänen abgleichen. Da ich nur in der Sek II. unterrichte, richte ich meinen Fokus eher auf diesen Bereich.

Günstiger Anschaffungspreis

Das originale Cardboard von Google kostet etwa 20€. Bei 20-30 Lernenden, ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor für ein „Gimmick“. Es gibt jedoch Nachbauten, die man für etwas mehr als 2€ aus Fernost bestellen kann (Beispiellink) oder eben nachbasteln kann, Anleitungen gibt es zuhauf im Netz.

BYOD – Bring your own device

Da die meisten Apps für beide Plattformen (iOS, Android) zur Verfügung stehen und die meisten Lernenden ein Smartphone besitzen sollten. Zumindest jeder Zweite sollte ein solches Gerät haben, somit gibt es keinerlei Probleme bei der Anschaffung von schuleigenen Smartphones.

Apps kosten nichts

Die meisten Apps sind kostenlos erhältlich. Zusätzliche Kosten fallen in der Regel nicht an (s.o.).

Google Cardboard Camera

Glücklicherweise müssen die Lernenden nicht nur als Konsumenten auftreten, sondern können auch eigene 3D-Aufnahmen produzieren. Mit Hilfe der App Cardboard Camera können Sie 3D-Aufnahmen ihrer Umgebung aufnehmen und so im Unterricht benutzt werden

Um grob zu verstehen, wie Cardboard Camera funktioniert, empfehle ich kurz dieses Video anzuschauen:

Die Fotos, von denen der „VR-Nerd“ spricht sind vorher von ihm gemacht worden. Dazu eignet sich die App Google Cardboard Camera, die es mittlerweile auch für IOS gibt (IOSAndroid).

Aufnahmen können z.B. an bestimmten Orten sein, um das Beschreiben von Bildern besser zu üben. Lernende können Szenen aus Büchern nachstellen und diese können dreidimensional nachgebildet werden, …

Wie teilt man seine 3D-Aufnahmen mit anderen?

Cardboard Ansicht in der App
Ansicht in der App

Die aufgenommenen 3D-Videos können einfach geteilt werden, in dem man sie im Menü auswählt und als zu teilen markiert. Die App spuckt dann einen Link aus, der verschickt / geteilt / usw. werden kann.

Cardboard geteilt
Webseite, die der Empfänger, der geteilten VR-Bilder sieht

Ich empfehle aus der URL einen QR-Code (z.B. hier) zu erstellen, diesen auszudrucken und mit aufs Arbeitsblatt / per Beamer anzuzeigen / … , um so den Lernenden schnelleren Zugang zu den Bildern zu ermöglichen.

DOWNLOAD Meine Beispiele aus England (mit Ton)

Resümee und weiterer Ansatz

Ich denke Virtual Reality (VR) ist nur ein weiterer Schritt hin zu realistischerem (Englisch-)Unterricht, der – sind wir mal ehrlich – meist eher künstlich daher kommt. Es ist erwiesen, dass die besten Lernfortschritte in realen Situationen erreicht werden können. Virtual Reality hilft dabei, den Unterricht realistischer erscheinen zu lassen, mit Bildern und Tonaufnahmen von tatsächlichen Orten.

Während sich VR hauptsächlich mit kompletter Immersion beschäftigt, bietet Augmented Reality (AR) die Möglichkeit weitere Informationen der „richtigen“ Realität hinzuzufügen. Dies kann z.B. Wörter, wie im Falle der App Blippar sein (s.u.) oder aber auch Objekte und Zusatzinfos wie z.B. bei ThingLink (Link).

 

Vokabeltests, HA-Kontrollen, o.ä. schnell korrigieren? Ja, bitte!

Schnell korrigieren dank Korrektur-App

Nicht immer muss man Summaries, Comments, o.ä. korrigieren, sondern oftmals erstellt man einen Schnelltest, um sich kurz einen Überblick über das (Vor-)Wissen / Kompetenzen / … zu machen.

Klar ist, manche Korrektur ist wirklich eintönig und wenig abwechslungsreich. Wer korrigiert denn gerne Multiple Choice und Lückentexte? Warum dann nicht einfach die Maschine für sich arbeiten lassen?

Es gibt derzeit bereits einige Anbieter (vornehmlich aus den USA), die es erlauben mittels vorgefertigter Multiple-Choice-Blätter diese mittels Smartphones auszuwerten. Das  Antwortblatt wird kurz unter die Linse gehalten und ein Bestätigungston gibt bekannt, dass das Antwortblatt ausgewertet wurde und die Werte abgespeichert hat.

Hier ein kurzes Video zur Funktionalität:

Welche Anbieter gibt es?

Da ich für das Auswerten von Vokabeltests (Oldschool, aber trotzdem wichtig) eine App suchte, die mir bei der Bewertung half, kam ich auf die drei Apps Gradecam, Zipgrade und Mastery Connect. Letzteren gehört auch die App Socrative.

Gradecam

Gradecam arbeitet wie viele Apps mit einem Freemium-Modell. Mit der kostenlosen Variante kann man maximal 10 Fragen abfragen, genug um einen groben Eindruck zu bekommen, zu wenig um es in der Schule einzusetzen.

Für mich schied Gradecam direkt schon aus, da ich auf das $15 Abomodell angewiesen sein wollte. Weiterhin ist es nur mit USB-Dokumentenkameras kompatibel.

Mastery Connect

Ähnlich wie Gradecam gibt es für Mastery Connect ein kostenlose Variante, die allerdings auch nur 10 Fragen erlaubt. Mit der TeacherPro Lizenz ist es möglich bis zu 100 Fragen zu stellen, allerdings kostet diese auch saftige $249 pro Jahr. Zu viel des Guten. Es gibt eine Iphone App mit der man die Tests auswerten

Erfahrungen mit Zipgrade

Nun zu Zipgrade, der App für die ich mich zunächst entschied. Es gibt sie für IOS, sowie für Android. Sie kostet nur zwei Dollar für zwei Monat, bzw. sieben Dollar für ein Jahr. Die Daten lassen sich im- und exportieren, sodass diese einfach in Excel oder Tapucate verrechnet werden können.

Ich wollte mir mit Zipgrade den Korrekturaufwand von Vokabeltests etwas erleichtern. Natürlich überlegte ich mir mögliche (falsche) Alternativen zu den richtigen Antworten. Nur eins ist klar, bei den herkömmlichen Vokabeltests muss man das Wort einfach wissen und sogar auf die Rechtschreibung achten, sonst gibt es Punktabzug. Bei Multiple-Choice-Tests muss man diese nicht wissen, sondern kann raten und bekommt im besten Fall mehr Punkte gutgeschrieben als effektiv gewusst wurden.

Das war auch der Grund, warum ich nach kurzer Zeit wieder auf das herkömmliche Modell wechselte.

The sky is the limit. Or is it?

Schülermotivation

Neulich bloggte ich u.a. über die begrenzte Motivation für Neues mancher Lehrkraft. Frei nach dem Motto „Geht de Mensche, wie de Leut“ gibt es eine weitere Gruppe. Aber ich muss etwas ausholen.

Als ich in die Schule ging, mussten englische Bücher umständlich und für teures Geld über den Buchladen bestellt werden. Das dauerte dann gerne mal eine Woche bis ein Buch abholbereit vorlag. Heute gibt es Amazon und das Kindle.

Englische Videokassetten brachte der Kumpel aus dem Sommerurlaub aus den USA mit. Pech hatte derjenige, der keinen NTSC-fähigen Videorecorder hatte. Heutzutage gibt es Youtube und Netflix für den Zugang zu englischen Videos. Die Auswahl ist riesig. Im Prinzip wird jedes potentielle Hobby der Schüler in Form von englischen Videos konsumierbar. Und das meist kostenlos.

Für Gespräche mit Muttersprachlern musste man in die entsprechenden Länder reisen oder bei einem Schüleraustausch mitmachen. Heute gibt es Facetime, Skype und r/languagebuds, die ebenfalls kostenlos sind.

Die Hürden eine Sprache / Fertigkeit / … zu lernen sind heutzutage wirklich gering. Jetzt plädiert man an die Vernunft eines Schülers sich in Englisch zu verbessern und auf dessen verbesserte Karrierechancen. Doch er antwortet:
„Ich will Politiker werden, ich brauch kein Englisch..“

Wie sieht mein aktuelles Klausur-Arrangement aus?

Mein Klausurarrangement

Mein Klausurarrangement hat sich in der Vergangenheit doch stark verändert. Daher möchte ich hier mein aktuelles Setup schildern.

Sitzordnung

Zunächst einmal stellen wir alle Tische parallel zum Lehrertisch auf, damit ein über die Ecke schielen nicht klappt. Weiterhin sollte, wenn möglich, immer nur ein Prüfling am Tisch sitzen. Das hat weiterhin den Vorteil, dass sie genügend Platz für das Material haben.
Manchmal klappt das nicht, da die Klasse größer ist, dann kann man bei uns einen großen Klausurraum buchen.
Wenn alle Prüflinge sitzen, dann begebe ich mich in den hinteren Bereich des Raums, sodass ich alles genau überblicken kann.

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Weiterhin kann man auf dem Foto gut erkennen, dass ich mit dem Beamer die aktuelle Uhrzeit anzeigen lasse (z.B. von hier), sodass auch die Fragerei nach der Uhrzeit nicht aufkommt.

Erlaubte Hilfsmittel / Was ist auf dem Tisch?

Wie hier bereits vertwittert, müssen alle Prüflinge ihre Handys und mittlerweile auch Smartwatches vor der Arbeit vorne auf das Lehrerpult ablegen.
Grundsätzlich sage ich allen Prüflingen, dass sie alles vom Tisch nehmen sollen, außer 4 Seiten Papier, 2 Stiften (falls einer versagt), Getränke, Essen und sonstigen erlaubten Hilfsmitteln wie Taschenrechner oder Konzeptpapier.

Klausuraufgaben

Platz für Lösungen auf dem Aufgabenblatt

Anfangs habe ich in Informatik mit Word extra Tabellen angelegt, um Flächen in Form von Karopapier für die Lösung der Aufgaben abzudrucken. Leider habe ich das schnell aufgeben müssen, da manche Prüflinge direkt los schreiben und keinen Tintenkiller zur Hand haben, also doch wieder auf eigenes Papier zurückgriffen. Mittlerweile wird die Arbeit wieder direkt auf eigenem Karopapier gelöst.

Falten, Korrigieren, Tackern

Wenn ein Prüfling fertig ist, muss er alle Blätter seiner Arbeit im Stapel in der Mitte falten und mir abgeben. Erst nachdem ich die Arbeit korrigiert habe, wird Aufgabenblatt mit Lösungsblättern zusammengetackert. Das beruht auf der Erfahrung, dass ich bei zusammengetackerten Blättern einfach länger brauche, bis ich alle Aufgaben korrigiert habe. Sind sie nicht zusammengetackert, kann ich sie zunächst auf dem Schreibtisch ausbreiten und habe den kompletten Überblick über alle gelösten Aufgaben und muss nicht suchen, wo der Schüler möglicherweise eine Teilaufgabe untergebracht hat.

A- oder B-Gruppe

Man kann natürlich noch dafür sorgen, dass es zwei verschiedene Gruppen gibt, sodass das Abschreiben weiterhin erschwert wird. Einfacher geht es jedoch, wenn man wie ich zwei Themengebiete in einem Lernfeld prüfen muss (Lernfeld 4 – Einfache IT-Systeme). Hier wird zeitlich das Gebiet Elektrotechnik, sowie Digitaltechnik kontrolliert. Mein Kollege und ich teilten also die Arbeit in 2 Teile und teilen je einer Hälfte der Klasse zunächst den Elektrotechnikteil (~Gruppe A) und der anderen Hälfte den Digitaltechnikteil (~Gruppe B) aus. Wenn ein Schüler mit einem Teil fertig ist, teilt die LK ihm den anderen Teil der Arbeit aus.

Es muss nicht gleich ein Surface Pro sein…

Das Microsoft Surface Pro 4 kostet je nach Ausstattung um die 1000€.

Da ich bereits ein Android-Tablet habe, wollte ich wissen, ob es mit einem stinknormalen Android-Tablet die Möglichkeit des Annotierens eines digitalen Dokuments, ähnlich wie mit dem Stylus des Surface, gibt.

Mit dem Surface Pro lassen sich einfach mit dem mitgelieferten Stift Dinge aufschreiben, ohne dass der Handballen einem in die Quere kommt. Leider gibt es nicht viele Apps, die dies unter Android ermöglichen, bis eben auf Inkredible.

Inkredible erkennt aufgrund der geringen Dicke des Stylus, dass es sich eben um einen solchen handeln muss, sodass man auch den Handballen auflegen kann. Im Übrigen ist Inkredible auch im IOS App Store erhältlich.

Mit Inkredible ist die Grundfunktion des Stifts kostenlos. Möchte man andere Schreibstile (z.B. Pinsel, o.ä.)  benutzen, müssen diese gekauft werden.

Ich habe die App erst vor wenigen Tagen kennengelernt, bin aber positiv überrascht. Mal sehen, ob ich es in meinen normalen Unterrichts-Workflow einbaue.

Android-Bild direkt auf Beamer streamen (ohne Kabel/Chromecast/…)

Leider sind in unserer Schule noch nicht viele Dokumentenkameras angeschafft worden, sodass diese immer geliehen und in den Klassenraum getragen werden müssen.

Daher experimentiere ich seit längerem mit der Technik (meist Tablet), um einen mobilen Dokumentenkamera-, bzw. Smartboard-Ersatz für mich zu finden, der in Null-komma-nichts aufgebaut und wieder abgebaut werden kann.

Mein Setup habe ich bereits in einem anderen Artikel beschrieben, jedoch habe ich nun eine App gefunden, die mir das Verkabeln abnimmt und ich das Tablet-Bild ohne zusätzliche Hardware sehr schnell über unser Schul-WLAN auf den Beamer streamen kann, ähnlich etwa wie AppleTV oder Chromecast.

Das hat den Vorteil, dass man mit dem Tablet im Klassenraum mobil ist und auch den Schülern das Tablet in die Hand drücken kann, um z.B. ein PDF zu annotieren (Schülerorientierung).

Die App heisst Livescreen und ist kostenlos für nicht-kommerzielle Zwecke nutzbar. Es gibt eine Pro-Version mit dem gleichen Funktionsumfang. Ich denke, ich werde diese App kaufen, da sie unproblematisch funktioniert (bis auf etwas Ruckeln bei der Übertragung) und ich die Entwickler unterstützen möchte.

LiveScreen - Screen Mirroring – Android-Apps auf Google Play 2016-02-15 10-08-29
Livescreen im Google Play-Store

Wie funktioniert die App?

Zunächst benötigt man ein Android-Gerät, welches mindestens  Android OS-Version 5.0 installiert hat. Nur dann lässt sich das Desktop-Spiegeln nutzen. Wenn man die App startet, wird zunächst die Tablet-eigene WLAN-IP angezeigt, die man sich merken muss. Nun muss man das Spiegeln in der App aktivieren. Es erscheint ähnlich wie beim Chromecast (ich denke, da wird ein Chromecast-Modul emuliert) ein Streaming-Icon im DropDown-Menü, das darauf hinweist, dass aktuell das Tablet-Bild ins Netz gestreamt wird.

Nun muss man am Lehrer-PC die URL samt Port (Standardport = 8080) in den Browser eingeben und man sieht sofort das Bild des Tablets. Es lässt sich damit nicht steuern, das ist auch gut so, damit sich das Gerät nicht von Schülern remote steuern lässt.

Was kann man alles damit anstellen?

Wie bereits beschrieben, lassen sich beispielsweise Arbeitsblätter direkt mit einem Stylus digital annotieren. Man kann Apps, die die Schüler im Lernprozess fördern, für alle anzeigen (z.B. Quizlet).
Weiterhin kann man das Tablet als Dokumentenkamera nutzen, indem man z.B. die App Stage oder einfach nur die Kamera-App startet (siehe Setup-Artikel).

Warum heissen Smartboards nicht Featureboards? Tablets als Alternative

Wenn Smartphones Smartphones und Featurephones Featurephones heissen, warum heissen Smartboards dann so?

Die zukünftige Grundschule meines Sohnes teilte den Eltern bei einem Vorstellungsabend mit, dass so gut wie jeder Raum mit einem Smartboard ausgestattet ist. Wie oft wird sich auf ein Thema gestürzt und als Heilsbringer erklärt, ohne dieses konkret zu evaluieren. Ein hübsches Foto mit einem Lokalpolitiker wird gemacht und das Ganze soll die Bildung erheblich verbessern. Ich weiss nicht so recht.

In unserer Schule hat man erkannt, dass die Geräte kaum (wenn überhaupt) Mehrwert im Vergleich zu anderen Medien haben. Ein PC in Kombination mit einem Beamer erledigt die meisten Aufgaben. Ganz zu schweigen von den Kosten (ab ca. 5k€)

In diesem Blogeintrag möchte ich mein persönliches Tablet als Smartboard/ Visualizer-Ersatz vorstellen, welches für einen Bruchteil der Kosten nachgebildet werden kann und nicht nur den Funktionsumfang eines Smartboards abbildet, sondern diesen auch erheblich erweitern kann. Im Übrigen heissen die Dinger interaktive Whiteboards, Smartboard ist der Gattungsname.

Mein Setup (Hardware)

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Ich benutze ein Tablet, welches ich über das abzufilmende Blatt / Gerät / etc. befestige. Dann ist das Tablet mittels eines Slimport-Kabels direkt an den Beamer angeschlossen, damit alle das Lernobjekt sehen können. Ich nutze zunächst ein Slimport-Adapter, womit ich mein Tablet (Android) an einen HDMI-Anschluss anschließen. Viele unserer Klassenräume bietet leider nur VGA-Anschlüsse, daher habe ich noch einen Adapter von HDMI auf VGA eingepackt.

 

Ständerserveimage

Es gibt dafür bereits einige gute Ständer-Lösungen wie die „Tablet Stage“ von Belkin, die diese Funktionalität ermöglichen, allerdings finde ich diese überteuert. Die ca. 150€ lassen sich auch sparen, indem man seine eigene Lösung baut.

 

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Vor den Weihnachtsferien benutzte ich ein Stativ aus unseren Chemie-Labor an das ich einen Tablet-Halter anschraubte. Das Stativ sah in etwa wie das Bild rechts aus.
Wie man sieht, war das auf Dauer viel zu globig und untransportabel.

In den Weihnachtsferien baute ich mir also ein Stativ, das ich endlich auch ohne Weiteres mitnehmen kann. Das Ganze habe ich aus bereits vorhanden Holzresten und Schrauben, die ich im Keller  hatte, gebaut. Wie man sieht, lässt es sich schnell zerlegen, ist extrem leicht und passt wunderbar in einen Jutebeutel.

Warum das Ganze?

Mit dem Ständer kann ich direkte Verbesserungen auf Papier vornehmen, während mein Tablet das Ganze filmt und automatisch an den Beamer weitergibt. Es wird sozusagen die Brücke zwischen der analogen und der digitalen Welt geschlagen. Zum Abfilmen reicht bereits eine einfache Kamera-App.

Weitere Apps für den Unterricht mit dieser Technik

Da ich ein Android-Tablet besitze, beschreibe ich die folgenden Android Apps. Allerdings gibt es in den meisten Fällen die gleiche oder eine ähnliche App auch für IOS.

Smartboard-Ersatz

Mit Hilfe der App PDF Max Pro kann ich Skripte oder auch Arbeitsblätter im PDF-Format annotieren. Somit erhalte ich einen guten Ersatz für ein digitales Whiteboard und die Dateien sind immer direkt mit einem Cloudsync Programm abgespeichert. Von PDF Max gibt es auch eine kostenlose abgespeckte Version, um die Funktionalität zu testen.

Smartboard- und Dokumentenkameraersatz

Stage von Belkin ist kostenlos im Play Store erhältlich. Die weiteren In-App-Käufe brauche ich nicht und mir erschließt sich auch nicht der Nutzen dieser Add-Ons. Es ist hiermit z.B. möglich Fotos von Schüleraufgaben zu machen und diese zu annotieren.

Die App Explain Everything kostet hingegen US$ 4, die aber absolut in Ordnung gehen, da die App einen enormen Funktionsumfang hat und auch das Speichern des Vorgestellten als Video oder Photo erlaubt. Also eine deutlich erweiterter Umfang im Vergleich zu Stage. Den Meisten wird wahrscheinlich Stage ausreichen.

Weitere Vorteile des Tablets

  • Mit dem Tablet habe ich mein digitales Whiteboard immer dabei, auch wenn der Klassensaal nur einen Beamer hat. Whiteboards sind meist fest an der Wand befestigt.
  • Mit dem Tablet kann ich auch Photos von Schüleraufgaben direkt aus dem Klassensaal machen.
  • In Verbindung mit einem Streaming-Gerät wie z.B. AppleTV oder Chromecast kann auch auf die Kabelei verzichtet werden.
  • Die Kosten sind genial gering. Die Kabel haben mich um die 30€ gekostet, das Holz hatte ich noch (wird nicht mehr als 10€ kosten) und ein Tablet kostet je nach Hersteller/Leistung zwischen 100€ und 500€, wobei hier ein Einsteiger-Tablet mit gescheiter Linse mehr als ausreicht.

Eine weitere Inspirationsquelle

Zum Schluss noch ein guten Link, den ein Kollege mir schickte. Manfred Poeller vom Gymnasium bei St. Anna in Augsburg hat vor einigen Jahren einen mobilen Medienwagen gebaut und eine Anleitung dafür ins Netz gestellt: http://www.gym-anna.de/joomla/index.php/klassenzimmer/kaeschtle

 

Meine Kurzschulung zu Visualizern / Dokumentenkameras

Bereits seit meinem Referendariat arbeite ich mit Dokumentenkameras. Immer wieder wurde ich darauf angesprochen, so dass ich mir überlegte eine Kurzschulung für unser Kollegium anzubieten.

Auf dieser Kurzschulung zeigte ich die generelle Funktionalität, die Vor- und Nachteile der Geräte, Vergleiche mit Smartboards, Methodenvorschläge, usw.

Auszug:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die komplette Präsentation ist hier abzurufen: Download als PDF

Wer die Präsentation als Powerpoint erhalten möchte, kann mich anschreiben.

NoPhish – Eine Lernapp zur Erkennung von Phishing Attacken

Zusammen mit der TU Darmstadt (SeCuSo) soll an unserer Schule die Wirksamkeit einer Lernapp im Laufe des aktuellen Halbjahrs evaluiert werden. Bei NoPhish handelt es sich um eine gamifizierte Lernapp, die den SuS helfen soll, Phishing-Webseiten zu erkennen. Sie ist auch vorab bereits im Play Store runterladbar.
EDIT (21. Mai 2015): Die App ist direkt über die Homepage der Secuso-Gruppe der TU Darmstadt erhältlich.

NoPhish
Screenshot aus dem Play Store

Dabei werden wir diese App in Zusammenarbeit mit der TU sowohl im Beruflichen Gymnasium, als auch in den dualen IT-Klassen auf ihre Wirksamkeit evaluieren. Zwar verfügen die meisten SuS über ein Android Smartphone, aber eben nicht alle, daher wird die TU mehrere Android Smartphones zusätzlich zur Verfügung stellen. Ich bin gespannt auf die Durchführung und werde berichten.

Link im Play Store.
EDIT: neuer Link

Handyverbote in Schulen: Veraltete Regeln oder Schutz für die Lernenden?

Einen interessanten Artikel zu Handys in Schulen hat unser Lokalblatt, das Darmstädter Echo, abgedruckt.

Quintessenz: Einige Sekundarstufenschulen im Kreis setzen auf ein absolutes Verbot. Das heißt, wenn Lernende dabei erwischt werden, wenn sie Handys in der Schule unerlaubt benutzen, werden diese konfisziert und erst am Nachmittag ihnen oder den Eltern (je nach Schule) zurückgegeben.

Sicher, die eigene Privatsphäre auf Toiletten usw. muss gewahrt bleiben, aber warum jedoch die Lernenden entmündigen? Warum keine feinjustierten Regeln in Bezug auf Benutzung, z.B. in den Pausen, aber nur auf dem Schulhof, beschließen? Warum die Geräte nicht im Unterricht einsetzen?

Im Dezember 2014 sah ich einen Vortrag von Jöran Muuß-Mehrholz beim Vernetzungstreffen „Neue Medien im Hessencampus“. Ich stimme mit ihm absolut überein, dass die Möglichkeiten, die uns mit den Smartphones und Tablets geboten werden generell nicht einfach abgelehnt und diese verboten werden sollten. Vielmehr sollte konkret evaluiert werden, wo sich ein Einsatz lohnt, bzw. wo eher nicht. Jöran hat die vorgetragenen Punkte ebenfalls zum Nachlesen in einem Artikel in der Log In dargestellt.