Edu-Podcasts +/-

Update (23.08.16): weitere hinzugefügt.

Seit meinem Studium (ca. 2007) höre ich diverse Podcasts, einer der ersten war Chaosradio Express (heute CRE) mit Tim Pritlove. Zuerst auf den Geschmack kam ich bereits ca. 2002, als mir ein Mit-Azubi von einem FTP-Server des CCC erzählte. Auf diesem Server lagen alle Mitschnitte der Chaosradio-Sendungen von Radio Fritz. Damals gab es den Begriff Podcast noch garnicht. Ich kopierte mir immer händisch jede Folge auf meinen MP3-Player mit unglaublichen 128MB Speicherplatz.

So genug der Geschichtsstunde. Was höre ich, bzw. was ist interessant für den Unterricht, bzw. für Schüler / Lehrer / IT-Azubis?

CRE

Zu allererst ein paar techniklastige Podcasts für IT-Lehrer, bzw. Azubis. Die unten genannten Episoden sind CRE-Ausgaben und geben einen wunderbaren Einstieg in die jeweilige Materie und bieten sich als Startpunkt eines Selbstlernnachmittags (z.B. als Hausaufgabe) an.

Unter anderem sind folgende Ausgaben zu empfehlen:

Informatik und Gesellschaft

CRE165 Privatsphäre
CRE164 Urheberrecht

Netzwerktechnik

CRE197 IPv6 und CRE141 IPv4
CRE097 File & Print Sharing
CRE191 Internet im Festnetz
CRE144 Die Internetwolke
CRE176 Cloud Computing
CRE099 Domain Name System
CRE169 Bluetooth

Hardware

CRE151 Die ARM-Architektur

Betriebssysteme / Software / Programmiertechnik

CRE209 Das Linux System
CRE130 Verteilte Versionskontrollsysteme

CRE122 Compilerbau und Typtheorie
CRE146 JavaScript

Bestimmt habe ich auch manche Ausgabe vergessen, aber glücklicherweise sind alle Episoden (trotz ihres Alters) runterladbar.
Achtung: Länge beachten. Teilweise mehr als 2 Std. pro Episode.

Bildung Zukunft Technik

Diesen Podcast höre ich noch nicht lange, da mir nicht bewusst war, dass mittlerweile auch deutsche Podcasts zu sehr nischigen Themen (ja, Bildung / Lehrerberuf ist es in diesem Fall) produziert werden.
Glücklicherweise gibt es jetzt BZT, die sich diesen Themen widmen. Meist sprechen Guido Brombach (@gibro) und Felix Schaumburg (@schb) über eben das: Bildung, Zukunft und Technik. Manchmal sind die beiden für meinen Geschmack etwas zu sehr technikverliebt, bzw. verspielt, aber das macht den Podcast sehr sympathisch und kurzweilig trotz der Mindestdauer von 1,5 Std. Eben legere Gespräche unter Kollegen.

Besonders schön: Berichte über neue Apps, die auch hilfreich für den Schulalltag sind, sowie Informationen über Barcamps und Konferenzen. Weiter so!

zugehoert

Auch diesen Podcast habe ich noch nicht lange abonniert. Es handelt sich um den Podcast der „Transferstelle für OER“, bei dem die Gespräche maximal eine halbe Stunde dauern und förmlicher daherkommen als bei BZT. Eine ausführlichere Bewertung kann ich momentan noch nicht schreiben, da ich bis jetzt erst zwei Sendungen gehört habe. Mal weiter reinhören.

The Cult of Pedagogy

Dieser amerikanische Podcast ist in meinen Augen einer der besten englischsprachigen Podcasts für Lehrer. Die Themenauswahl ist recht bunt, aber bis jetzt habe ich immer etwas für mich entdecken können. Sei es Classroom Managment oder aber auch potentielle Fehler, die viele Lehrkräfte machen. Besonders bemerkenswert ist die ruhige und entspannte Art der Sprecherin Jennifer Gonzalez, die auch Zeit zum Nachdenken während des Hörens ermöglicht.

Angela Watson’s Truth for Teachers

Angela Watsons Podcasts-Episoden sind in der Regel recht kurz (+/- 10 min.) Hier merkt man schnell, ob eine Ausgabe geeignet erscheint oder nicht. Teilweise sehr amerikanisch.

Hack Learning Podcast

Blöder Name, aber guter Podcast. Ähnlich wie Jennifer Gonzalez spricht der Autor mehrerer Bücher und auch dieses Podcasts, Mark Banes sehr ruhig und unaufgeregt.  Die Inhalte der Ausgaben sind sehr bunt und kurzlebig. Empfehlenswert.

TechEducator of Podcast

Der Vollständigkeit halber füge ich diesen Podcast in die Liste ein. Dieser Podcast dreht sich vor allen Dingen um Themen wie man z.B. Googles, Apples oder Microsoft Software / Hardware im Unterricht einsetzen kann. Auch werden des öfteren Apps und How-Tos besprochen. Es handelt sich eher um einen unterhaltenden, als einen programmatischen Podcast.

Podcasts, die sich auch im Unterricht verwenden lassen

Wrint – Wer redet, ist nicht tot

Holger Klein, der einst von Tim Pritlove zum Podcasten fast genötigt wurde selbst Podcasts aufzunehmen und mittlerweile mehr aufnimmt als er, ist der Produzent der Podcast-Reihe Wrint . Bei ihm handelt es sich um einen
Gerade die Reihen „Wissenschaft“ mit Astronom Florian Freistetter und „Politikunterricht“ mit Thomas Brandt, Lehrer für Sozialkunde und Englisch an einer beruflichen Oberschule in Bayern, sind zur informellen Weiterbildung oder für Stammtischangeberei  angeregte Gespräche zu empfehlen.

Das ARD radiofeature

Beim ARD radiofeature handelt es sich um eine Radio-Dokumentationsreihe, bei der der investigative Journalismus einen großen Stellenwert hat. Der bunte Mix an Themen hat, ähnlich wie bei Freakonomics Radio, den Vorsatz, Licht ins Dunkle zu bringen und die Gründe bestimmter Entwicklungen zu recherchieren (z.B. für die Entstehung und Angriffe von staatlichen Hackergruppen). Gerade für Sozialkunde oder Powi-Lehrer bestimmt eine interessante Quelle. Wie man es vom ÖR gewohnt ist, ein sehr aufwendig produziert mit professionellen Sprechern.

Fnordfunk

Fnordfunk ist „eine Radiosendung, die vom Chaos Computer Club Mainz (cccmz) produziert und vom Wiesbadener Lokalsender Radio Rheinwelle 92,5 ausgestrahlt wird. Die Themen drehen sich um Datenschutz, Überwachung, Technik und den Chaos Computer Club Mainz.“

Freakonomics Radio

Freakonomics Radio beleuchtet die unsichtbaren Dinge des Lebens („the hidden side of everything“). Es handelt sich um den Podcast zum gleichnamigen Buch. Eher etwas für die private Unterhaltung, maximal für den Englischunterricht.

Edit (05.09.16): Aktuell ist eine wirklich interessante Episode veröffentlicht worden, bei der es um die Erkenntnisse zweier Wissenschaftler geht, die untersuchten, was es braucht, um wirklich gut in einer Disziplin zu werden. Um es vorwegzunehmen, bzw. zu teasern: Die alte Regel der 10.000 Stunden gilt nur bedingt.

 Wir müssen reden

Ähnlich wie BZT, nur allgemeiner, präsentiert sich WMR. Themen sind politisch und unpolitisch, eben perfekt als Untermalung fürs Bügeln, Rasenmähen oder Spülen 😉

Unterrichtsmaterialaustauschplattformen und Teachers Pay Teachers

Unterrichtsmaterialaustauschplattformen- Wow, was für ein Wort.
Gibt es dafür nichts kürzeres?

Nunja, zum Thema: Hierzulande gibt es viele Plattformen, auf denen man eigene Unterrichtsmaterialien austauscht und entweder komplett kostenlos hergibt (z.B. 4teachers) oder dafür Creditpunkte für Uploads bekommt (z.B. bei schulportal.de) und diese dann für andere Materialien eintauscht. Dazu paaren sich mehr oder weniger praktisch nutzbare Angebote der Schulbuchverlage, die sich logischerweise dafür bezahlen lassen. Projekte wie schulbuch-o-mat.de zeigen einen interessante Zukunft auf, in der die Schulbuchverlage über ihre Geschäftsmodelle nachdenken sollten.

In den USA ist die Situation eine andere. Aus eigener Erfahrung benutzen dort viele Lehrer ihr eigenes Material und stützen sich bei der Arbeit weniger auf Schulbücher. Vor einigen Jahren hat ein ehemaliger Lehrer die Plattform Teachers Pay Teachers gestartet. Dort ist es möglich das eigene Material als PDF / Word / JPG, usw. anzubieten. Den Preis bestimmt jeder Lehrer selbst, sodass auch kostenlose Angebote zu finden sind. Gerade für den Englischunterricht in der Q1 (Oberstufe) habe ich im Referendariat bereits mehrere Dinge dort gekauft.

Im Themengebiet Utopia / Dystopia haben wir The Hunger Games gelesen und ich kann folgende Dokumente: klick und klick empfehlen.

Wer bereits bei ebay oder Amazon unterwegs ist, wird sich schnell dort zurechtfinden. Zu Bedenken ist nur, dass die Materialien immer nur als Unterstützung dienen können, da sie in erster Linie für Muttersprachler (bis auf die mit ESL markierten Dokumente) erstellt werden.

Vor kurzem erhielt ich eine Mail zu einer Umfrage. Teachers Pay Teachers erwägt die Plattform für Deutschland zu adaptieren. Ich hatte ein Gespräch mit einer Mitarbeiter einer Wirtschaftsberatung, der meinte, dass die Plattform in 2-3 Jahren in Deutschland wahrscheinlich Fuss fassen wird, sich aber zunächst auf die sprachlichen Fächer konzentrieren will. Ich nehme an, aufgrund der höheren Nachfrage, sowie des bereits erhältlichen Materials.

Weitere Hinweise

  • Zu beachten ist, dass die PDFs im US-Format ‚Letter‘ sind und als A4 ausgedruckt werden müssen.
  • Nervig: Die Newsletter. Lässt sich aber einfach abbestellen.
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