Digitales schwarzes Brett endlich fertig

Ich habe lange nichts mehr über das digitale schwarze Brett, auch Digital-Signage-Lösung genannt, geschrieben. Nachdem es noch einige Stolpersteine gab, die mich aufhielten, funktioniert sie seit Dezember letzten Jahres und benötigt wenig Nacharbeit. Updates müssen allerdings ähnlich wie Moodle händisch durchgeführt werden.

Zunächst war geplant einen eigenen Server für diese Client-Server-Lösung zu benutzen, allerdings mieten wir bereits einen Server bei einem Hoster, sodass ich einfach das Xibo-CMS dort installierte. Somit bleiben mir das Backup und Hardware-Updates erspart.

Bei den TVs zur Anzeige wurden 2 kostengünstige 55 Zoll UHD-TVs gekauft und per 15m HDMI Kabeln angeschlossen. Die Löcher für die TV-Halterungen wurden dank Leiter/Sicherheitsseil gebohrt. Auch für die Stromkabel wollte ich keine Steckdosen setzen, sondern besorgte Eurosteckerkabel mit Doppelbuchse. Es musste dazu noch die entsprechenden Löcher gebohrt und Kabel verlegt werden.

Digitales Schwarzes Brett
Einer der 2 TVs im Eingangsbereich der Schule

Zum Schutz besorgte ein freundlicher Kollege gebogene Aluminiumbleche, sodass keine Flüssigkeiten von oben (s.Bild) hinein fließen können.

Dinge, die mir seit der Fertigstellung aufgefallen sind

  • Es muss vorher geklärt werden, wer die Geräte mit neuen Informationen bestückt, sonst kümmert niemand sich darum. Mittlerweile schaue ich ca. 2 mal im Monat, ob es nicht Neuigkeiten gibt, und überarbeite die Seiten.
  • Nach einem Stromausfall musste ich einen Client von Hand neu starten. Dies lässt sich leicht beheben, indem in UEFI die Autoboot-Funktion ausgewählt wird, sonst bleibt der Monitor schwarz. Doof, wenn man eine Woche auf Klassenfahrt o.ä. ist.
  • Je weniger aufgeregt das Design der Anzeige ist, desto weniger ist sie eine Ablenkung. Sie sollen nur unterstützen, nicht den Mittelpunkt darstellen.

Hier mal ein paar Beispiele, die ich für Xibo erstellt habe:

Für die Hintergründe „Wort des Tages“, „Was geschah heute“ und noch weitere, hier nicht veröffentliche Beispiele, verwende ich selbstgeschriebene PHP-Skripte, die die entsprechenden Webseiten parsen und in entsprechendes Format für Xibo übersetzen.

Bei Interesse kann ich die Hintergründe und Skripte verschicken.

Digital Signage in unserer Schule – And so it begins…

Edit (02.05.16): Mittlerweile hängt am Lehrerzimmer ein Infopanel. Demnächst gebe ich eine Schulung zwecks Administration.

Was ist Digital Signage?

Unter Digital Signage versteht man die Nutzung von Flachbildschirmen als Medieninhalte, z.B. als Nachrichtenträger oder auch als Werbung. Man kennt diese Geräte zum Beispiel von Flughäfen oder Hotels

Digital Signage, San Juan Airport

Digital Signage, San Juan Airport steht unter der CC BY-NC-ND 2.0-Lizenz

Zweck

Da die Informationsweitergabe an die Schüler, aber auch an die Eltern z.B. beim Tag der offenen Tür, auf den aktuellen Stand der Technik gehoben werden soll, schlug ich unserem Abteilungsleiter vor, das Infopanel zu aktualisieren.
Mit einer Digital-Signage-Lösung lassen sich wichtige Informationen leichter übermitteln. Beispielsweise kann man den Vertretungsplan (s.u.), aktuelle Termine und Nachrichten rund um die Schule anzeigen. Dies läuft allerdings noch passiv, d.h. ohne Benutzerinteraktion.

Welche Software / Hardware wird gebraucht?

Es gibt sehr viele DS-Anbieter auf dem Markt. Viele bieten gute, aber auch teure Lösungen an. Meist bekommt man Hardware, Software und Service aus einer Hand.
Sehr bequem, aber hoffnungslos überteuert und zu unflexibel für den Schuleinsatz. Aus diesem Grund habe ich mich für die Open-Source-Lösung Xibo entschieden.

Xibo bietet eine unheimliche Flexibilität ähnlich wie Linux, d.h. aber auch, dass man im Vorfeld alles genau konfigurieren muss.
Unter Anderem bietet es:

  • Benutzeraccounts und -gruppen mit unterschiedlichen Rechten (s.u.)
  • Terminplanung für besondere Ereignisse, z.B. Elternsprechtag mit Rauminformationen, …
  • Verschiedene Layouts für verschiedene Events oder Displays, z.B. ein Display auf dem hauptsächlich der Vertretungsplan angezeigt wird, ein anderes für Infos für Besucher, …
  • Eine Vielzahl von Extramodulen, z.B. RSS-News, Youtube-Videos, …

Was wird für Xibo benötigt?

Zunächst einmal muss ein Xibo-CMS installiert werden. Dafür wird lediglich ein Webserver benötigt (z.B. Apache2), PHP-Module und Mysql, d.h. es läuft auf nahezu allen gängigen Betriebssystemen.
Ich habe mich in Sachen Hardware für eine Asrock Beebox mit 8GB Ram und 128GB SSD von Samsung entschieden. Darauf läuft Ubuntu 16.04 LTS, da es hierfür mind. 5 Jahre Updates gibt und es sich weiterhin leicht updaten lässt. Sicherheitsupdates werden weiterhin automatisch installiert.

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Xibo-Server wird installiert (@home)

Weiterhin benötigt man für jedes Display / TV einen Client, der dann die Inhalte vom Server holt und diese auf dem Display anzeigt. Dieser läuft aktuell leider nur auf Windows- bzw. Android-Basis stabil. Die Entwicklung des Ubuntu-Clients hat man zunächst bis zur Version 1.8 zurückgestellt. Mit der kommenden Version soll dann auch erstmalig eine Interaktion mittels Touch möglich sein.
Auch hier wird eine Asrock Beebox eingesetzt, da diese sehr stromsparend ist, gute Leistungen bietet und vor allem auf drei Displayausgänge hat (2x HDMI und 1x Displayport), d.h. im Extremfall kann man mit einem Gerät drei Displays gleichzeitig bedienen. Allerdings ist dann eine Videowiedergabe aufgrund der begrenzten Grafikkarten-Performance mit Qualen verbunden.

Alternative Xibo-Hoster

Wem dieser Aufwand zu groß ist, der kann auch auf eine Vielzahl von Xibo-CMS-Hostern zurückgreifen, die die gleiche Funktionalität für schmales Geld bieten. Beispielsweise wäre xibo-de.com zu nennen, die für einen kleinen einstelligen Betrag pro Monat ein Xibo-CMS betreiben lassen.

Aktueller Stand

Momentan ist der Server installiert und konfiguriert. Er wurde in den Osterferien im Verwaltungsnetz installiert, sodass das Sekretariat und die Schulleitung neue Infos und Termine publizieren kann. Weiterhin installierte ich den Client und hänge ihn ebenfalls ins Netz. Der oben abgebildete Monitor wird dann das erste Anzeigeelement sein, welches am Lehrerzimmer installiert wurde.

Später dann werden dann zwei 50 Zoll TVs angeschafft, die dann ebenfalls zur Informationsweitergabe verwendet werden.

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