Ein Reader für die Fachoberschule

Seit zwei Jahren unterrichte ich an der Fachoberschule das Fach Englisch. Von Anfang an nervte mich die Zettelwirtschaft der Lernenden und die Entschuldigung „Ich war krank, ich hab die [Hausaufgaben / Arbeitsblatt / … ] nicht.“ Zwar gibt es auch hier Advance OrganizerQuizlet Vokabellisten und einen roten Faden im Unterricht, aber eben neben dem Buch kein zweites, dauerhaftes Arbeitsmedium.

Auch bin ich nicht 100% zufrieden mit dem Schulbuch („Focus on Success“), da es viele Themen wie z.B. Migration, die mittlerweile in der Zentralprüfung vorkommen, gar nicht oder nur stiefmütterlich behandelt.

In Informatik nutze ich aufgrund der fehlenden Bücher ausschließlich Moodle, bei nur zwei Stunden pro Woche Englisch in der 11 hatte ich (bis jetzt) auf einen solchen Kurs verzichtet. Auch arbeiten die Lernenden in Informatik in Computerräumen. Der Englischraum beheimatet nur einen Lehrer-PC.

Also was tun?

Da ich bereits einige Merkblätter für die Lernenden erstellt hatte, diese aber leider immer wieder erneut austeilen musste, verfolge ich nun eine andere Strategie.

Ich teile am Anfang des Jahres meinen Reader aus. Dieser besteht aus den Merkblättern, die ich sonst immer punktuell austeilte. Sie bekommen nun also alles konzentriert in einem Stück. Gelocht und getackert.

Damit minimiere ich die Wahrscheinlichkeit, dass wichtige Merkblätter bereits ausgeheftet wurden, nicht bekommen wurden, da Lernende fehlten, o.ä. Weiterhin kann ich immer wieder auf die entsprechende Seite im Reader verweisen, falls es zu den Grundlagen noch Fragen gibt.

Fos-Reader
FOS-Reader

Je dicker der Reader, desto eher bleibt er liegen

Wie oben bereits erwähnt sollte der Reader kein Buch ersetzen, sondern alles Wichtige zusammenfassen. Ich möchte den Lernenden einen Überblick über die wichtigsten Informationen und zu lernenden Kompetenzen geben. Mittlerweile hat der Reader 22 Seiten, aber es sollen nicht mehr dazukommen (siehe Überschrift).

Hier also nun die „Kapitel“:

  • Was wird benötigt für den Englischunterricht?
  • Allgemeine Bewertung und Prozent / Noten
  • Korrekturbemerkungen Klausuren, Fehlerindex
  • Bewertungskriterien Summary / Comment
  • Häufige Fehlerquellen
  • Generelle Verbesserungsmöglichkeiten
  • Helpful Tools
  • How to describe Pictures, Photos or Paintings
  • What Discussion Phrases to use
  • How to write a Summary
  • How to write a Comment
  • How to write a Comparison / Contrast (Diskussion / Vergleich)
  • How to write a Guided Interpretation (Geführte Interpretation)
  • Methoden
  • Quellen

Workflow: Vokabelisten erstellen, Plattform zum Lernen bieten und Tests generieren

Dieser Artikel soll einen einfachen Workflow präsentieren, der

  1. das zentrale Speichern von Vokabellisten ermöglicht
  2. die SuS beim Lernen unterstützt
  3. aus den Vokabeln / lexical chunks wiederum Vokabeltests generiert

Zentrales Speichern / Importieren von Vokabellisten

Viele Schulbuchverlage bieten eigene Apps mit denen die Vokabeln aus den entsprechenden Units gekauft werden können. Diese kosten je nach Verlag um die 6€ pro Installation. Das heißt, dass wenn jeder zweite SoS in einer Klasse die App installiert und die Vokabelliste kauft um die 84€ pro Klasse für virtuelle Daten, eine LISTE! generiert werden. In meinen Augen sind das zusätzliche Kosten, die bei den Kosten der Anschaffung für die Bücher nicht nötig sind.

Vokabeltrainer App
Vokabeltrainer-App

Alternative Quizlet a.k.a Fleißarbeit

Quizlet bietet die Möglichkeit kostenlos die eigenen Vokabeln einzutragen und online, wie offline mit Hilfe von Smartphone oder PC zu lernen.Manchmal sind die Listen auch bereits durch andere Nutzer der Plattform übertragen worden, sodass man diese 1 zu 1 übernehmen kann. Leider sind die Vokabellisten der Schulbuchverlage nicht immer vorhanden, dafür ist es aber möglich die eigenen Vokabellisten mit Fotos aus dem Netz zu vervollständigen.  Für die ersten 7 Units meiner Fachoberschulklasse haben wir die Listen bereits erstellt. Hierfür gehe ich ähnlich vor wie in einem vorhergehenden Artikel erwähnt.

Quizlet importieren
Quizlet importieren

SuS beim Lernen unterstützen

Die Vorzüge von Quizlet habe ich ebenfalls in dem anderen Quizlet-Artikel beschrieben und auf anderen Seiten werden sie noch viel ausführlicher dargelegt.

Tests generieren

Man kann bei Quizlet die Vokabeln auch wieder exportieren, sodass ein Import z.B. in ein Word-Dokument kein Problem darstellt. Dafür habe ich eine Tabelle mit 15 Zeilen erstellt und die entsprechende Zuordnung zur Note unten eingefügt. Das Dokument kann weiter unten im Beitrag heruntergeladen werden.

Ich gehe folgendermaßen vor:

  1. Zunächst exportiere ich die Wörte, die ich prüfen möchte, samt Übersetzung natürlich. Wie unten im Bild zu sehen kann man die Wörter über den Dialog exportieren und auf seine Wünsche anpassen (Trennsymbol usw.)
  2. Jetzt mittels Copy und Paste in die Tabelle des Word-Dokuments einbinden. Das Ganze gleich zweimal, da es eine Lehrerversion und eine Schülerversion gibt.
  3. Jetzt werden bei der Schülerversion die Vokabeln, die abzufragen sind, entfernt. Wozu nun die Lehrerversion?
  4. Die Lehrerversion kann später beim Korrigieren durch die SuS verwendet werden. Hierzu ist es hilfreich den SuS mitzuteilen, ihren Namen auf die Rückseite des Blattes zu schreiben. Auf jeden Fall sollte man nochmals alle Zettel überprüfen, sodass die Korrekturen in Ordnung sind.

Vorteil des Workflows:

  • SuS können überall lernen (ortsunabhängig)
  • Sie können mit Hilfe von Smartphone ohne Buch lernen (Buch-unabhängig).
  • Während des Vokabeltests haben sie alle nötigen Informationen bereits auf dem Blatt, ergo herrscht keine Unruhe wegen Nachfragen wie „Können Sie das dritte Wort nochmal sagen“.
  • Hiermit wird auch das Spicken erschwert.
  • Der Vokabelzettel bietet eine einheitliche Optik und die Felder sind einheitlich. Das ermöglicht eine schnellere Korrektur
  • Die Notenverteilung ist bereits direkt abgedruckt (s.u.) und ermöglicht ebenfalls eine schnellere Korrektur, da keine Prozentzahl o.ä. zu berechnen ist.
Notenverteilung

Anlage:

Vokabeltest

Englischunterricht mit Virtual Reality verbinden?

Virtual Reality ist ein aktueller Trend, der auch im Unterricht genutzt werden kann, da die Inhalte hiermit plastischer wirken und eigene Lernprodukte durch die Lernenden erstellt werden können (Konstruktivismus / Lerner = Lehrer).

3D-Fernseher gibt es bereits seit mehr als 5 Jahren. Auch wenn ihre Popularität stark gesunken ist und sie zukünftig kaum noch produziert werden, bildet sich doch jedoch mit Google Cardboard (o.ä. Geräten) in Verbindung mit Smartphones eine bessere Möglichkeit virtuelle Realität auch in der Bildung zu nutzen.

Google Cardboard

2014 veröffentlichte Google die erste Variante des Google Cardboards. Bei Google Cardboard handelt es sich um ein aus Pappkarton, zwei Plastiklinsen, Magneten und Gummis zusammenzubauendes Gehäuse, in das dann ein Smartphone gesteckt wird, welches die 3D-Bilder liefert. Da Smartphones bereits mit jeder Menge Sensoren bestückt sind, können diese genutzt werden, um ein komplettes 3D-Erlebnis zu liefern (s. Video unten). Zunächst wirken die, aus Wellpappe mit Plastiklinsen selbst zusammengebastelten Cardboards etwas amateurhaft, zeigen sie jedoch mit einfachen Mitteln die Möglichkeiten der neuen 3D-Welt auf. Mittlerweile ist der Hype um Virtual Reality im Mainstream angekommen. Firmen wie Nvidia, Samsung, Facebook, um nur ein paar Firmen zu nennen, sehen einen Wachstumsmarkt.

Warum eignet sich gerade Google Cardboard für den (Englisch-)Unterricht?

Vielzahl an Apps

Youtube bietet bereits kompatible 3D-Videos, Google Street View ermöglicht das Besuchen von fremden Städten und Läden, Arte360 (Android, iOS) bietet einige 3D-Videos bspw.: von einer Mont-Blanc-Besteigung oder auch Tauchvideos, …

Die Tauglichkeit der einzelnen Apps müsste jede LK für sich selbst testen und mit den jeweiligen Lehrplänen abgleichen. Da ich nur in der Sek II. unterrichte, richte ich meinen Fokus eher auf diesen Bereich.

Günstiger Anschaffungspreis

Das originale Cardboard von Google kostet etwa 20€. Bei 20-30 Lernenden, ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor für ein „Gimmick“. Es gibt jedoch Nachbauten, die man für etwas mehr als 2€ aus Fernost bestellen kann (Beispiellink) oder eben nachbasteln kann, Anleitungen gibt es zuhauf im Netz.

BYOD – Bring your own device

Da die meisten Apps für beide Plattformen (iOS, Android) zur Verfügung stehen und die meisten Lernenden ein Smartphone besitzen sollten. Zumindest jeder Zweite sollte ein solches Gerät haben, somit gibt es keinerlei Probleme bei der Anschaffung von schuleigenen Smartphones.

Apps kosten nichts

Die meisten Apps sind kostenlos erhältlich. Zusätzliche Kosten fallen in der Regel nicht an (s.o.).

Google Cardboard Camera

Glücklicherweise müssen die Lernenden nicht nur als Konsumenten auftreten, sondern können auch eigene 3D-Aufnahmen produzieren. Mit Hilfe der App Cardboard Camera können Sie 3D-Aufnahmen ihrer Umgebung aufnehmen und so im Unterricht benutzt werden

Um grob zu verstehen, wie Cardboard Camera funktioniert, empfehle ich kurz dieses Video anzuschauen:

Die Fotos, von denen der „VR-Nerd“ spricht sind vorher von ihm gemacht worden. Dazu eignet sich die App Google Cardboard Camera, die es mittlerweile auch für IOS gibt (IOSAndroid).

Aufnahmen können z.B. an bestimmten Orten sein, um das Beschreiben von Bildern besser zu üben. Lernende können Szenen aus Büchern nachstellen und diese können dreidimensional nachgebildet werden, …

Wie teilt man seine 3D-Aufnahmen mit anderen?

Cardboard Ansicht in der App
Ansicht in der App

Die aufgenommenen 3D-Videos können einfach geteilt werden, in dem man sie im Menü auswählt und als zu teilen markiert. Die App spuckt dann einen Link aus, der verschickt / geteilt / usw. werden kann.

Cardboard geteilt
Webseite, die der Empfänger, der geteilten VR-Bilder sieht

Ich empfehle aus der URL einen QR-Code (z.B. hier) zu erstellen, diesen auszudrucken und mit aufs Arbeitsblatt / per Beamer anzuzeigen / … , um so den Lernenden schnelleren Zugang zu den Bildern zu ermöglichen.

DOWNLOAD Meine Beispiele aus England (mit Ton)

Resümee und weiterer Ansatz

Ich denke Virtual Reality (VR) ist nur ein weiterer Schritt hin zu realistischerem (Englisch-)Unterricht, der – sind wir mal ehrlich – meist eher künstlich daher kommt. Es ist erwiesen, dass die besten Lernfortschritte in realen Situationen erreicht werden können. Virtual Reality hilft dabei, den Unterricht realistischer erscheinen zu lassen, mit Bildern und Tonaufnahmen von tatsächlichen Orten.

Während sich VR hauptsächlich mit kompletter Immersion beschäftigt, bietet Augmented Reality (AR) die Möglichkeit weitere Informationen der „richtigen“ Realität hinzuzufügen. Dies kann z.B. Wörter, wie im Falle der App Blippar sein (s.u.) oder aber auch Objekte und Zusatzinfos wie z.B. bei ThingLink (Link).

 

Cube Iwork 10 – Ein billiger Ersatz für das MS Surface?

MS Surface Ersatz?

Mein Wunsch war ein kleines Gerät (Schultasche ist meist schon recht voll), das mich im Schulalltag unterstützt (Sitzungsprotokolle, Noten, E-Mails, …) und auch gerne ein paar Kratzer bekommen darf.

Viele meiner Kollegen setzen auf Macbook Airs, ich habe auch solch ein Gerät. Da es aber mein Hauptrechner ist, bringe ich ihn ungern mit in die Schule. Zumal ich auch einiges an Kabeln angeschlossen habe (Netzteil, USB-Hub, Lightning-Kabel zum externen Monitor, usw.). Diese möchte ich nicht jeden Tag abstöpseln, nur um sie abends wieder anzustöpseln.

Das Microsoft Surface ist im Prinzip genau das richtige Gerät, allerdings ist mir der Kostenfaktor einfach zu hoch für ein Stück Werkzeug. Wie gesagt, die Hardware soll ruhig Kratzer bekommen dürfen.

Seit etwas über einen Monat habe ich ein Gerät, was mir ab nächstem Schuljahr die Arbeit in der Schule erleichtern soll. Es handelt sich um das Cube iwork10 v2. Leider ist es momentan nur direkt über einige Händler aus Fernost zu erhalten. In erster Linie handelt es sich um ein Android/Windows-Tablet, was mich ohne Zubehör 140€ gekostet hat. Ich habe mir noch eine Tastatur und einen Active Stylus für je ca. 20€ dazu gekauft. Alles in Allem hat es mich unter 200€ gekostet, also deutlich unter Surface Preisen. Sicherlich muss man Abstriche machen (s.u.). Mit den Nachteilen kann ich leben.

Hier nun mein kleines Video-Review:

Vorteile

  • Ganz klar der Preis. Für unter 200€ bekommt man einen guten Begleiter für den Schulalltag.
  • Klein. Das Gerät hat einen Bildschirmdiagonale von 10,1 Zoll. Netbook-Größe.
  • Active Stylus Support (Smartboard- + Dokumentenkamera-Ersatz).
  • Die Lieferzeit betrug bei mir über den Online-Händler Banggood ca. 1 Woche.
    • Wenn man die Versandoption „Priority Direct Mail“ und „Germany Direct Express“ auswählt, verzollt der Versender die Ware selbst und man muss keine Zollgebühren bezahlen.

Nachteile

  • Bei einem Defekt muss das Gerät nach Fernost zurückgeschickt werden. Das kostet u.U. ca. 20€.
  • Der Akku hält nur ca. 5 Stunden. Von meinem Macbook bin ich 8+ Stunden gewöhnt.
  • Die Kameras könnten besser sein, da ist noch Luft nach oben.
  • Es muss ein USB-Netzteil gekauft werden, Ladekabel ist vorhanden.
  • Mobil CPU (Intel X5-Z8300).

Hier noch die Links zu den Geräten / Zubehör:

Vokabeltests, HA-Kontrollen, o.ä. schnell korrigieren? Ja, bitte!

Schnell korrigieren dank Korrektur-App

Nicht immer muss man Summaries, Comments, o.ä. korrigieren, sondern oftmals erstellt man einen Schnelltest, um sich kurz einen Überblick über das (Vor-)Wissen / Kompetenzen / … zu machen.

Klar ist, manche Korrektur ist wirklich eintönig und wenig abwechslungsreich. Wer korrigiert denn gerne Multiple Choice und Lückentexte? Warum dann nicht einfach die Maschine für sich arbeiten lassen?

Es gibt derzeit bereits einige Anbieter (vornehmlich aus den USA), die es erlauben mittels vorgefertigter Multiple-Choice-Blätter diese mittels Smartphones auszuwerten. Das  Antwortblatt wird kurz unter die Linse gehalten und ein Bestätigungston gibt bekannt, dass das Antwortblatt ausgewertet wurde und die Werte abgespeichert hat.

Hier ein kurzes Video zur Funktionalität:

Welche Anbieter gibt es?

Da ich für das Auswerten von Vokabeltests (Oldschool, aber trotzdem wichtig) eine App suchte, die mir bei der Bewertung half, kam ich auf die drei Apps Gradecam, Zipgrade und Mastery Connect. Letzteren gehört auch die App Socrative.

Gradecam

Gradecam arbeitet wie viele Apps mit einem Freemium-Modell. Mit der kostenlosen Variante kann man maximal 10 Fragen abfragen, genug um einen groben Eindruck zu bekommen, zu wenig um es in der Schule einzusetzen.

Für mich schied Gradecam direkt schon aus, da ich auf das $15 Abomodell angewiesen sein wollte. Weiterhin ist es nur mit USB-Dokumentenkameras kompatibel.

Mastery Connect

Ähnlich wie Gradecam gibt es für Mastery Connect ein kostenlose Variante, die allerdings auch nur 10 Fragen erlaubt. Mit der TeacherPro Lizenz ist es möglich bis zu 100 Fragen zu stellen, allerdings kostet diese auch saftige $249 pro Jahr. Zu viel des Guten. Es gibt eine Iphone App mit der man die Tests auswerten

Erfahrungen mit Zipgrade

Nun zu Zipgrade, der App für die ich mich zunächst entschied. Es gibt sie für IOS, sowie für Android. Sie kostet nur zwei Dollar für zwei Monat, bzw. sieben Dollar für ein Jahr. Die Daten lassen sich im- und exportieren, sodass diese einfach in Excel oder Tapucate verrechnet werden können.

Ich wollte mir mit Zipgrade den Korrekturaufwand von Vokabeltests etwas erleichtern. Natürlich überlegte ich mir mögliche (falsche) Alternativen zu den richtigen Antworten. Nur eins ist klar, bei den herkömmlichen Vokabeltests muss man das Wort einfach wissen und sogar auf die Rechtschreibung achten, sonst gibt es Punktabzug. Bei Multiple-Choice-Tests muss man diese nicht wissen, sondern kann raten und bekommt im besten Fall mehr Punkte gutgeschrieben als effektiv gewusst wurden.

Das war auch der Grund, warum ich nach kurzer Zeit wieder auf das herkömmliche Modell wechselte.

Moodle auch mit Tablet / Smartphone bedienen?

Moodle mit dem Smartphone bedienen

Momentan nutze ich Moodle u.a. in meinen Programmiertechnik-Kursen, im Prinzip in jedem IT-nahen Fach. Da die Arbeit hauptsächlich am PC stattfindet ist es auch kein Problem Moodle über einen Browser aufzurufen.

In meinem Zweitfach Englisch nutzte ich Moodle bis jetzt nur im Referendariat (BG Oberstufe). Ich lud Zusatzmaterial, Übungen, u.ä. hoch, damit die S&S sich selbstständig damit auseinandersetzten. Später band ich viele verschiedene Möglichkeiten wie Learningapps, Etherpad zur kollaborativen Erstellung von Texten (z.B. Comment) in den Moodle Kurs ein.

Das Problem: Wir mussten stets in einen Computerraum gehen, damit die S&S mit Moodle arbeiten konnten. Sehr umständlich.

Lösung

Die meisten S&S besitzen ein Smartphone oder Tablet und können dieses mit in den Unterricht bringen. An meiner Schule gibt es glücklicherweise kein Handyverbot. Mit den letzten Iterationen ist die Moodle-App deutlich besser geworden. Wenn es sich auch um keine Schönheit handelt.

Nicht nur können die S&S Inhalte während des Unterrichts leichter abrufen, auch unterwegs kann leichter darauf zugegriffen werden.

 

Moodle Mobile im Google Play Store
Moodle Mobile im Apple App Store

Screenshots

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Konzept eines Arrays näherbringen? Schubkasten!

Immer wieder stelle ich mir die Frage, wie ich informatische Inhalte möglichst leicht verständlich, also als Analogie, haptisch greifbar, …, darstellen kann. Ich erhoffe mir dadurch, dass besonders Schüler, die über weniger Abstraktionsvermögen verfügen, die Thematik leichter durchdringen und sich für informatische Themen motivieren können.

Schubkasten-Idee

Die Idee mit dem Schubkasten ist nicht neu, allerdings wird die Analogie oftmals nur als Bild gezeigt, um Arrays darzustellen.
Erst vor Kurzem habe ich den geeigneten „Container“ für die Analogie gefunden. Oftmals haben die Schubkästen, die man im Bau- oder Bastelmarkt kaufen kann, nur eine Öffnung, haben keinen Deckel, usw.
Gestern habe ich die unten abgebildete Sammelbox (s.u.) bei Thomas Philipps gefunden. Mit den einzeln verschließbaren Boxen (inkl. Nummernaufkleber) ist der Lesezugriff direkt abbildbar, da man von aussen die Werte nicht ablesen kann.

Analogie

Mit der Schubkasten-Analogie lassen sich viele informatische Vorgänge rund um das Array abbilden, seien es String-Arrays, Integer-Arrays (siehe Bild oben), aber auch der Unterschied zwischen einem Null-Pointer („Es ist nichts in der Box“) und der Wert 0 ist abgespeichert („Es ist ein Zettel mit dem Wert 0 in der Box“).

Auslesen

Das Auslesen der Werte wird mittels eines Rollenspiels nachgespielt. Ein Schüler fragt einen anderen (Stichwort „Pointer“) z.B. 3. Stelle des Arrays (=Box mit Wert 2). Dieser übergibt ihm den Wert in Form des Zettels. Nun kann mit dem Wert etwas angestellt werden, bzw. dieser für eine Berechnung benutzt werden usw.

Zuweisen

Die Zuweisung funktioniert ähnlich wie das Auslesen, nur kann nun der erste Schüler einen Wert in Form eines neuen Zettels in der Box ablegen.

Mehrdimensionale Arrays

Einziger Nachteil meiner Box: Die Böxchen sind durchsichtig und sie sind nicht in einer Reihe, was vielleicht später bei mehrdimensionalen Arrays zu Verwirrung führen könnte. Allerdings denke ich, dass die Zahlenaufkleber dafür sorgen, dass man die Werte von aussen nicht lesen kann und die mehrdimensionalen Arrays kann man mit z.B. mit Streichholzschächtelchen (übrigens ein Schibboleth) innerhalb der Böxchen darstellen.

Unterrichtsidee für die Berufsschule

Lehr-Lern-Situation

Ich unterrichte momentan alle Azubis des ersten Ausbildungsjahrs der IT-Berufe (ca. 120 Schüler). Die Schüler kennen bereits Variablen, If-Bedingungen, Select-Case-Bedingungen und eindimensionale Schleifen.

Motivationsphase

Zunächst nehme ich ein Kästchen aus dem Schubkasten heraus und stelle den Schülern diese als Analogie für eine Variable vor. Diese kennen Sie bereits. Die Zeit- und Übersichtsprobleme, die sich aus dem Erstellen von vielen Variablen ergeben, werden diskutiert. Als Lösung präsentiere ich die Schubkastenbox (s.o.) Es werden die Vorteile der Boxidee gesammelt und ich stelle die Syntax des Erstellens, Werte-Zuweisens und Auslesens von Arrays in der geeigneten Programmiersprache vor.

Anwendungsphase

Die Aufgabenstellung der Anwendungsphase lautet wie folgt:
„Eine Restaurantbesitzer möchte den Überblick über die Umsätze der letzten 2 Wochen mit dem Computer behalten und diese auswerten. Zur Zeit wird dies per Vergleich der Kassenausdrucke an einer Pinnwand dargestellt . Ihr Ausbilder hat Ihnen den Auftrag gegeben, ein Computerprogramm zu schreiben, dass die Umsätze (12 Werktage) mittels eines Arrays in einem Computerprogramm abzubilden. Es soll der Durchschnitt berechnet werden und die drei Tage mit den höchsten Umsätzen sollen angezeigt werden können.“

Ihr Ausbilder hat Ihnen die folgenden Vorgaben gemacht:

  1. Der aktuelle Umsatz des Tages soll im ersten Array-Feld stehen. Der Eintrag vom vorherigen Tag steht dann logischerweise im zweiten Feld, usw.
  2. Wenn ein neuer Eintrag in das Array hinzugefügt werden soll, verschieben sich alle anderen Einträge um einen Tag nach hinten.

Es muss nicht gleich ein Surface Pro sein…

Das Microsoft Surface Pro 4 kostet je nach Ausstattung um die 1000€.

Da ich bereits ein Android-Tablet habe, wollte ich wissen, ob es mit einem stinknormalen Android-Tablet die Möglichkeit des Annotierens eines digitalen Dokuments, ähnlich wie mit dem Stylus des Surface, gibt.

Mit dem Surface Pro lassen sich einfach mit dem mitgelieferten Stift Dinge aufschreiben, ohne dass der Handballen einem in die Quere kommt. Leider gibt es nicht viele Apps, die dies unter Android ermöglichen, bis eben auf Inkredible.

Inkredible erkennt aufgrund der geringen Dicke des Stylus, dass es sich eben um einen solchen handeln muss, sodass man auch den Handballen auflegen kann. Im Übrigen ist Inkredible auch im IOS App Store erhältlich.

Mit Inkredible ist die Grundfunktion des Stifts kostenlos. Möchte man andere Schreibstile (z.B. Pinsel, o.ä.)  benutzen, müssen diese gekauft werden.

Ich habe die App erst vor wenigen Tagen kennengelernt, bin aber positiv überrascht. Mal sehen, ob ich es in meinen normalen Unterrichts-Workflow einbaue.

Warum heissen Smartboards nicht Featureboards? Tablets als Alternative

Wenn Smartphones Smartphones und Featurephones Featurephones heissen, warum heissen Smartboards dann so?

Die zukünftige Grundschule meines Sohnes teilte den Eltern bei einem Vorstellungsabend mit, dass so gut wie jeder Raum mit einem Smartboard ausgestattet ist. Wie oft wird sich auf ein Thema gestürzt und als Heilsbringer erklärt, ohne dieses konkret zu evaluieren. Ein hübsches Foto mit einem Lokalpolitiker wird gemacht und das Ganze soll die Bildung erheblich verbessern. Ich weiss nicht so recht.

In unserer Schule hat man erkannt, dass die Geräte kaum (wenn überhaupt) Mehrwert im Vergleich zu anderen Medien haben. Ein PC in Kombination mit einem Beamer erledigt die meisten Aufgaben. Ganz zu schweigen von den Kosten (ab ca. 5k€)

In diesem Blogeintrag möchte ich mein persönliches Tablet als Smartboard/ Visualizer-Ersatz vorstellen, welches für einen Bruchteil der Kosten nachgebildet werden kann und nicht nur den Funktionsumfang eines Smartboards abbildet, sondern diesen auch erheblich erweitern kann. Im Übrigen heissen die Dinger interaktive Whiteboards, Smartboard ist der Gattungsname.

Mein Setup (Hardware)

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Ich benutze ein Tablet, welches ich über das abzufilmende Blatt / Gerät / etc. befestige. Dann ist das Tablet mittels eines Slimport-Kabels direkt an den Beamer angeschlossen, damit alle das Lernobjekt sehen können. Ich nutze zunächst ein Slimport-Adapter, womit ich mein Tablet (Android) an einen HDMI-Anschluss anschließen. Viele unserer Klassenräume bietet leider nur VGA-Anschlüsse, daher habe ich noch einen Adapter von HDMI auf VGA eingepackt.

 

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Es gibt dafür bereits einige gute Ständer-Lösungen wie die „Tablet Stage“ von Belkin, die diese Funktionalität ermöglichen, allerdings finde ich diese überteuert. Die ca. 150€ lassen sich auch sparen, indem man seine eigene Lösung baut.

 

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Vor den Weihnachtsferien benutzte ich ein Stativ aus unseren Chemie-Labor an das ich einen Tablet-Halter anschraubte. Das Stativ sah in etwa wie das Bild rechts aus.
Wie man sieht, war das auf Dauer viel zu globig und untransportabel.

In den Weihnachtsferien baute ich mir also ein Stativ, das ich endlich auch ohne Weiteres mitnehmen kann. Das Ganze habe ich aus bereits vorhanden Holzresten und Schrauben, die ich im Keller  hatte, gebaut. Wie man sieht, lässt es sich schnell zerlegen, ist extrem leicht und passt wunderbar in einen Jutebeutel.

Warum das Ganze?

Mit dem Ständer kann ich direkte Verbesserungen auf Papier vornehmen, während mein Tablet das Ganze filmt und automatisch an den Beamer weitergibt. Es wird sozusagen die Brücke zwischen der analogen und der digitalen Welt geschlagen. Zum Abfilmen reicht bereits eine einfache Kamera-App.

Weitere Apps für den Unterricht mit dieser Technik

Da ich ein Android-Tablet besitze, beschreibe ich die folgenden Android Apps. Allerdings gibt es in den meisten Fällen die gleiche oder eine ähnliche App auch für IOS.

Smartboard-Ersatz

Mit Hilfe der App PDF Max Pro kann ich Skripte oder auch Arbeitsblätter im PDF-Format annotieren. Somit erhalte ich einen guten Ersatz für ein digitales Whiteboard und die Dateien sind immer direkt mit einem Cloudsync Programm abgespeichert. Von PDF Max gibt es auch eine kostenlose abgespeckte Version, um die Funktionalität zu testen.

Smartboard- und Dokumentenkameraersatz

Stage von Belkin ist kostenlos im Play Store erhältlich. Die weiteren In-App-Käufe brauche ich nicht und mir erschließt sich auch nicht der Nutzen dieser Add-Ons. Es ist hiermit z.B. möglich Fotos von Schüleraufgaben zu machen und diese zu annotieren.

Die App Explain Everything kostet hingegen US$ 4, die aber absolut in Ordnung gehen, da die App einen enormen Funktionsumfang hat und auch das Speichern des Vorgestellten als Video oder Photo erlaubt. Also eine deutlich erweiterter Umfang im Vergleich zu Stage. Den Meisten wird wahrscheinlich Stage ausreichen.

Weitere Vorteile des Tablets

  • Mit dem Tablet habe ich mein digitales Whiteboard immer dabei, auch wenn der Klassensaal nur einen Beamer hat. Whiteboards sind meist fest an der Wand befestigt.
  • Mit dem Tablet kann ich auch Photos von Schüleraufgaben direkt aus dem Klassensaal machen.
  • In Verbindung mit einem Streaming-Gerät wie z.B. AppleTV oder Chromecast kann auch auf die Kabelei verzichtet werden.
  • Die Kosten sind genial gering. Die Kabel haben mich um die 30€ gekostet, das Holz hatte ich noch (wird nicht mehr als 10€ kosten) und ein Tablet kostet je nach Hersteller/Leistung zwischen 100€ und 500€, wobei hier ein Einsteiger-Tablet mit gescheiter Linse mehr als ausreicht.

Eine weitere Inspirationsquelle

Zum Schluss noch ein guten Link, den ein Kollege mir schickte. Manfred Poeller vom Gymnasium bei St. Anna in Augsburg hat vor einigen Jahren einen mobilen Medienwagen gebaut und eine Anleitung dafür ins Netz gestellt: http://www.gym-anna.de/joomla/index.php/klassenzimmer/kaeschtle

 

Quellen für Listening Tasks

Da ich zur Zeit in der Fachoberschule 3 Englischklassen parallel unterrichte, bin ich immer auf der Suche nach unterschiedlichen Aufgaben für Klassenarbeiten, damit die Schüler sich nicht untereinander absprechen können.

Bei Grammatikaufgaben oder Zusammenfassungen ist das Finden von Brauchbarem recht simpel. Schwieriger wird es jedoch bei Listening tasks. Häufig reicht das Angebot der Schulbuchverlage nicht aus. Daher habe ich mich auf die Suche nach guten Quellen für Listening Tasks gemacht und will diese natürlich nicht nur für mich behalten:

 

Einfach und schnell: Aus Webseitenartikeln schöne Arbeitsblätter generieren

Ab und an möchte man gerne einen Artikel aus dem Internet für den Unterricht verwenden. Leider bieten nicht alle Seiten eine druckerfreundliche Ausgabe der Seite an (siehe unten).

Werbung, viel Whitespace und unnötige Infos wie Links usw. blähen einen Artikel auf vier bis fünf Seiten auf, bei dem effektiv ein oder zwei Seiten reichen würde. Diese Zahl summiert sich schnell bei einem Klassensatz auf 50 Seiten, die unnötig gedruckt werden.

printohnefilter
Unschön formatiertes Ergebnis einer Webseite

Hier bieten Dienste wie printfriendly oder printwhatyoulike eine Alternative. Man gibt diesen Seiten die URL des Artikels an und kann dann beispielsweise Bilder deaktivieren, bzw. verkleinern (printwhatyoulike), bestimmte Bereiche ausblenden, usw.

Zum Schluss lässt sich die Seite als PDF oder Word-Dokument (printwhatyoulike) herunterladen.

printfriendly
printfriendly.com Oberfläche
printwhatyoulike
PrintWhatYouLike Oberfläche

Pixelmator erhält Fotounterstützung und einen Reparaturmodus (bekannt aus Photoshop)

Pixelmator erhält in der neuen Version einen einfachen Reparaturmodus. Pixlmator hatte ich bereits hier erwähnt. Ich nutze ihn, um schnell Bilder zuzuschneiden oder für Arbeitsblätte oder Moodle aufzubereiten. Wirklich ein guter Photoshop-Konkurrent, der hin und wieder günstiger im App Store zu haben ist.

Quelle: Lifehacker