Ein Reader für die Fachoberschule

Seit zwei Jahren unterrichte ich an der Fachoberschule das Fach Englisch. Von Anfang an nervte mich die Zettelwirtschaft der Lernenden und die Entschuldigung „Ich war krank, ich hab die [Hausaufgaben / Arbeitsblatt / … ] nicht.“ Zwar gibt es auch hier Advance OrganizerQuizlet Vokabellisten und einen roten Faden im Unterricht, aber eben neben dem Buch kein zweites, dauerhaftes Arbeitsmedium.

Auch bin ich nicht 100% zufrieden mit dem Schulbuch („Focus on Success“), da es viele Themen wie z.B. Migration, die mittlerweile in der Zentralprüfung vorkommen, gar nicht oder nur stiefmütterlich behandelt.

In Informatik nutze ich aufgrund der fehlenden Bücher ausschließlich Moodle, bei nur zwei Stunden pro Woche Englisch in der 11 hatte ich (bis jetzt) auf einen solchen Kurs verzichtet. Auch arbeiten die Lernenden in Informatik in Computerräumen. Der Englischraum beheimatet nur einen Lehrer-PC.

Also was tun?

Da ich bereits einige Merkblätter für die Lernenden erstellt hatte, diese aber leider immer wieder erneut austeilen musste, verfolge ich nun eine andere Strategie.

Ich teile am Anfang des Jahres meinen Reader aus. Dieser besteht aus den Merkblättern, die ich sonst immer punktuell austeilte. Sie bekommen nun also alles konzentriert in einem Stück. Gelocht und getackert.

Damit minimiere ich die Wahrscheinlichkeit, dass wichtige Merkblätter bereits ausgeheftet wurden, nicht bekommen wurden, da Lernende fehlten, o.ä. Weiterhin kann ich immer wieder auf die entsprechende Seite im Reader verweisen, falls es zu den Grundlagen noch Fragen gibt.

Fos-Reader
FOS-Reader

Je dicker der Reader, desto eher bleibt er liegen

Wie oben bereits erwähnt sollte der Reader kein Buch ersetzen, sondern alles Wichtige zusammenfassen. Ich möchte den Lernenden einen Überblick über die wichtigsten Informationen und zu lernenden Kompetenzen geben. Mittlerweile hat der Reader 22 Seiten, aber es sollen nicht mehr dazukommen (siehe Überschrift).

Hier also nun die „Kapitel“:

  • Was wird benötigt für den Englischunterricht?
  • Allgemeine Bewertung und Prozent / Noten
  • Korrekturbemerkungen Klausuren, Fehlerindex
  • Bewertungskriterien Summary / Comment
  • Häufige Fehlerquellen
  • Generelle Verbesserungsmöglichkeiten
  • Helpful Tools
  • How to describe Pictures, Photos or Paintings
  • What Discussion Phrases to use
  • How to write a Summary
  • How to write a Comment
  • How to write a Comparison / Contrast (Diskussion / Vergleich)
  • How to write a Guided Interpretation (Geführte Interpretation)
  • Methoden
  • Quellen

Digitales schwarzes Brett endlich fertig

Ich habe lange nichts mehr über das digitale schwarze Brett, auch Digital-Signage-Lösung genannt, geschrieben. Nachdem es noch einige Stolpersteine gab, die mich aufhielten, funktioniert sie seit Dezember letzten Jahres und benötigt wenig Nacharbeit. Updates müssen allerdings ähnlich wie Moodle händisch durchgeführt werden.

Zunächst war geplant einen eigenen Server für diese Client-Server-Lösung zu benutzen, allerdings mieten wir bereits einen Server bei einem Hoster, sodass ich einfach das Xibo-CMS dort installierte. Somit bleiben mir das Backup und Hardware-Updates erspart.

Bei den TVs zur Anzeige wurden 2 kostengünstige 55 Zoll UHD-TVs gekauft und per 15m HDMI Kabeln angeschlossen. Die Löcher für die TV-Halterungen wurden dank Leiter/Sicherheitsseil gebohrt. Auch für die Stromkabel wollte ich keine Steckdosen setzen, sondern besorgte Eurosteckerkabel mit Doppelbuchse. Es musste dazu noch die entsprechenden Löcher gebohrt und Kabel verlegt werden.

Digitales Schwarzes Brett
Einer der 2 TVs im Eingangsbereich der Schule

Zum Schutz besorgte ein freundlicher Kollege gebogene Aluminiumbleche, sodass keine Flüssigkeiten von oben (s.Bild) hinein fließen können.

Dinge, die mir seit der Fertigstellung aufgefallen sind

  • Es muss vorher geklärt werden, wer die Geräte mit neuen Informationen bestückt, sonst kümmert niemand sich darum. Mittlerweile schaue ich ca. 2 mal im Monat, ob es nicht Neuigkeiten gibt, und überarbeite die Seiten.
  • Nach einem Stromausfall musste ich einen Client von Hand neu starten. Dies lässt sich leicht beheben, indem in UEFI die Autoboot-Funktion ausgewählt wird, sonst bleibt der Monitor schwarz. Doof, wenn man eine Woche auf Klassenfahrt o.ä. ist.
  • Je weniger aufgeregt das Design der Anzeige ist, desto weniger ist sie eine Ablenkung. Sie sollen nur unterstützen, nicht den Mittelpunkt darstellen.

Hier mal ein paar Beispiele, die ich für Xibo erstellt habe:

Für die Hintergründe „Wort des Tages“, „Was geschah heute“ und noch weitere, hier nicht veröffentliche Beispiele, verwende ich selbstgeschriebene PHP-Skripte, die die entsprechenden Webseiten parsen und in entsprechendes Format für Xibo übersetzen.

Bei Interesse kann ich die Hintergründe und Skripte verschicken.

Gelesen: SuperFreakonomics & The Lazy Teacher’s Handbook

Superfreakonomics von S. Levitt und S. J. Dubner

Seit über einem Jahr habe ich den Podcast Freakonomics Radio abonniert, um dann erst festzustellen, dass es auch ein Buch gibt. In den Weihnachtsferien hatte ich es innerhalb von zwei Nachmittagen verschlungen, so interessant waren die Fakten und Auswertungen. Eigentlich bin ich kein großer Fan von Wirtschafts“wissenschaften“, aber die Autoren widmen sich dem Thema der „Behavioral Economics“, also der Verhaltensökonomie. Also etwas, was mich als Schüler im Wirtschaftsunterricht immer störte. Nämlich, dass der Mensch immer als rationales handelndes Wesen gesehen wurde. Dass er eben nicht ist.

Ich freute mich, als ich feststellte, dass bereits 2011 ein Nachfolger mit dem Namen SuperFreakonomics erschienen ist. Laut Buchtitel sollte es ja zu einer Steigerung der Unterhaltsamkeit, Spannung, … kommen.

Um es kurz zu machen, es liest sich zwar sehr gut, ist aber in meinen Augen nicht halb so unterhaltsam und spannend geschrieben wie der erste Band. Wem der erste Band gut gefallen hat, kann auch hier zugreifen, sollte aber weniger Erwartungen an das Buch stellen. Im Vorwort räumen die Autoren bereits mit dieser Hoffnung auf und stellen fest, dass es vielmehr eine Aneinanderreihung von interessanten Fakten ist. Das war zwar schon beim ersten Buch so, aber dort kam es bei mir bei jedem Kapitel zu einem Aha-Effekt. Hier sind es eher Anekdoten, die noch nicht einmal für ein Gespräch zur Kneipenrunde reichen. Schade…

The Lazy Teacher’s Handbook von J. Smith

Ganz im Gegensatz zu Superfreakonomics hat mir dieses Buch großen Spaß beim Lesen bereitet. Unzählige Tipps und neue Twists, die man gut in den Unterricht einbringen kann, bei denen die Schülerorientierung hoch (folglich „lazy teacher“) und den Unterricht trotzdem abwechslungsreich gestalten.

Sicherlich ist der Titel aufmerksamkeitsheischend. Klar, der Stereotyp des faulen Lehrers. Er hält aber, was er verspricht. Smith schlägt viele Möglichkeiten der Variation des Unterrichts vor, vor allen Dingen schülerzentrierter zu agieren. Beispielsweise empfiehlt er im Unterricht unvorhersehbar zu agieren, um die Spannung hoch zuhalten. Warum nicht mal sich zum Affen machen in eine andere Rolle schlüpfen oder mit Medien experimentieren. Wenn man normalerweise eher legere Kleidung trägt, mal im Anzug kommen, um bestimmte Themen zu motivieren (z.B. in Englisch im Themengebiet Society and Lifestyles).

Die Ideen sind natürlich manchem bereits aus anderen Büchern bekannt, jedoch liefert er sinnstiftende Beispiele für den eigenen Unterricht. Gerade an den Beispielen hapert es in vielen Büchern. Auch kann das Buch als Nachschlagewerk verstanden werden, da nicht lange um den Brei geredet wird.

Prädikat: sehr empfehlenswert. Tipp: Bei Amazon gebraucht kaufen, da neu recht teuer!

Edu-Podcasts +/-

Update (23.08.16): weitere hinzugefügt.

Seit meinem Studium (ca. 2007) höre ich diverse Podcasts, einer der ersten war Chaosradio Express (heute CRE) mit Tim Pritlove. Zuerst auf den Geschmack kam ich bereits ca. 2002, als mir ein Mit-Azubi von einem FTP-Server des CCC erzählte. Auf diesem Server lagen alle Mitschnitte der Chaosradio-Sendungen von Radio Fritz. Damals gab es den Begriff Podcast noch garnicht. Ich kopierte mir immer händisch jede Folge auf meinen MP3-Player mit unglaublichen 128MB Speicherplatz.

So genug der Geschichtsstunde. Was höre ich, bzw. was ist interessant für den Unterricht, bzw. für Schüler / Lehrer / IT-Azubis?

CRE

Zu allererst ein paar techniklastige Podcasts für IT-Lehrer, bzw. Azubis. Die unten genannten Episoden sind CRE-Ausgaben und geben einen wunderbaren Einstieg in die jeweilige Materie und bieten sich als Startpunkt eines Selbstlernnachmittags (z.B. als Hausaufgabe) an.

Unter anderem sind folgende Ausgaben zu empfehlen:

Informatik und Gesellschaft

CRE165 Privatsphäre
CRE164 Urheberrecht

Netzwerktechnik

CRE197 IPv6 und CRE141 IPv4
CRE097 File & Print Sharing
CRE191 Internet im Festnetz
CRE144 Die Internetwolke
CRE176 Cloud Computing
CRE099 Domain Name System
CRE169 Bluetooth

Hardware

CRE151 Die ARM-Architektur

Betriebssysteme / Software / Programmiertechnik

CRE209 Das Linux System
CRE130 Verteilte Versionskontrollsysteme

CRE122 Compilerbau und Typtheorie
CRE146 JavaScript

Bestimmt habe ich auch manche Ausgabe vergessen, aber glücklicherweise sind alle Episoden (trotz ihres Alters) runterladbar.
Achtung: Länge beachten. Teilweise mehr als 2 Std. pro Episode.

Bildung Zukunft Technik

Diesen Podcast höre ich noch nicht lange, da mir nicht bewusst war, dass mittlerweile auch deutsche Podcasts zu sehr nischigen Themen (ja, Bildung / Lehrerberuf ist es in diesem Fall) produziert werden.
Glücklicherweise gibt es jetzt BZT, die sich diesen Themen widmen. Meist sprechen Guido Brombach (@gibro) und Felix Schaumburg (@schb) über eben das: Bildung, Zukunft und Technik. Manchmal sind die beiden für meinen Geschmack etwas zu sehr technikverliebt, bzw. verspielt, aber das macht den Podcast sehr sympathisch und kurzweilig trotz der Mindestdauer von 1,5 Std. Eben legere Gespräche unter Kollegen.

Besonders schön: Berichte über neue Apps, die auch hilfreich für den Schulalltag sind, sowie Informationen über Barcamps und Konferenzen. Weiter so!

zugehoert

Auch diesen Podcast habe ich noch nicht lange abonniert. Es handelt sich um den Podcast der „Transferstelle für OER“, bei dem die Gespräche maximal eine halbe Stunde dauern und förmlicher daherkommen als bei BZT. Eine ausführlichere Bewertung kann ich momentan noch nicht schreiben, da ich bis jetzt erst zwei Sendungen gehört habe. Mal weiter reinhören.

The Cult of Pedagogy

Dieser amerikanische Podcast ist in meinen Augen einer der besten englischsprachigen Podcasts für Lehrer. Die Themenauswahl ist recht bunt, aber bis jetzt habe ich immer etwas für mich entdecken können. Sei es Classroom Managment oder aber auch potentielle Fehler, die viele Lehrkräfte machen. Besonders bemerkenswert ist die ruhige und entspannte Art der Sprecherin Jennifer Gonzalez, die auch Zeit zum Nachdenken während des Hörens ermöglicht.

Angela Watson’s Truth for Teachers

Angela Watsons Podcasts-Episoden sind in der Regel recht kurz (+/- 10 min.) Hier merkt man schnell, ob eine Ausgabe geeignet erscheint oder nicht. Teilweise sehr amerikanisch.

Hack Learning Podcast

Blöder Name, aber guter Podcast. Ähnlich wie Jennifer Gonzalez spricht der Autor mehrerer Bücher und auch dieses Podcasts, Mark Banes sehr ruhig und unaufgeregt.  Die Inhalte der Ausgaben sind sehr bunt und kurzlebig. Empfehlenswert.

TechEducator of Podcast

Der Vollständigkeit halber füge ich diesen Podcast in die Liste ein. Dieser Podcast dreht sich vor allen Dingen um Themen wie man z.B. Googles, Apples oder Microsoft Software / Hardware im Unterricht einsetzen kann. Auch werden des öfteren Apps und How-Tos besprochen. Es handelt sich eher um einen unterhaltenden, als einen programmatischen Podcast.

Podcasts, die sich auch im Unterricht verwenden lassen

Wrint – Wer redet, ist nicht tot

Holger Klein, der einst von Tim Pritlove zum Podcasten fast genötigt wurde selbst Podcasts aufzunehmen und mittlerweile mehr aufnimmt als er, ist der Produzent der Podcast-Reihe Wrint . Bei ihm handelt es sich um einen
Gerade die Reihen „Wissenschaft“ mit Astronom Florian Freistetter und „Politikunterricht“ mit Thomas Brandt, Lehrer für Sozialkunde und Englisch an einer beruflichen Oberschule in Bayern, sind zur informellen Weiterbildung oder für Stammtischangeberei  angeregte Gespräche zu empfehlen.

Das ARD radiofeature

Beim ARD radiofeature handelt es sich um eine Radio-Dokumentationsreihe, bei der der investigative Journalismus einen großen Stellenwert hat. Der bunte Mix an Themen hat, ähnlich wie bei Freakonomics Radio, den Vorsatz, Licht ins Dunkle zu bringen und die Gründe bestimmter Entwicklungen zu recherchieren (z.B. für die Entstehung und Angriffe von staatlichen Hackergruppen). Gerade für Sozialkunde oder Powi-Lehrer bestimmt eine interessante Quelle. Wie man es vom ÖR gewohnt ist, ein sehr aufwendig produziert mit professionellen Sprechern.

Fnordfunk

Fnordfunk ist „eine Radiosendung, die vom Chaos Computer Club Mainz (cccmz) produziert und vom Wiesbadener Lokalsender Radio Rheinwelle 92,5 ausgestrahlt wird. Die Themen drehen sich um Datenschutz, Überwachung, Technik und den Chaos Computer Club Mainz.“

Freakonomics Radio

Freakonomics Radio beleuchtet die unsichtbaren Dinge des Lebens („the hidden side of everything“). Es handelt sich um den Podcast zum gleichnamigen Buch. Eher etwas für die private Unterhaltung, maximal für den Englischunterricht.

Edit (05.09.16): Aktuell ist eine wirklich interessante Episode veröffentlicht worden, bei der es um die Erkenntnisse zweier Wissenschaftler geht, die untersuchten, was es braucht, um wirklich gut in einer Disziplin zu werden. Um es vorwegzunehmen, bzw. zu teasern: Die alte Regel der 10.000 Stunden gilt nur bedingt.

 Wir müssen reden

Ähnlich wie BZT, nur allgemeiner, präsentiert sich WMR. Themen sind politisch und unpolitisch, eben perfekt als Untermalung fürs Bügeln, Rasenmähen oder Spülen 😉

Cube Iwork 10 – Ein billiger Ersatz für das MS Surface?

MS Surface Ersatz?

Mein Wunsch war ein kleines Gerät (Schultasche ist meist schon recht voll), das mich im Schulalltag unterstützt (Sitzungsprotokolle, Noten, E-Mails, …) und auch gerne ein paar Kratzer bekommen darf.

Viele meiner Kollegen setzen auf Macbook Airs, ich habe auch solch ein Gerät. Da es aber mein Hauptrechner ist, bringe ich ihn ungern mit in die Schule. Zumal ich auch einiges an Kabeln angeschlossen habe (Netzteil, USB-Hub, Lightning-Kabel zum externen Monitor, usw.). Diese möchte ich nicht jeden Tag abstöpseln, nur um sie abends wieder anzustöpseln.

Das Microsoft Surface ist im Prinzip genau das richtige Gerät, allerdings ist mir der Kostenfaktor einfach zu hoch für ein Stück Werkzeug. Wie gesagt, die Hardware soll ruhig Kratzer bekommen dürfen.

Seit etwas über einen Monat habe ich ein Gerät, was mir ab nächstem Schuljahr die Arbeit in der Schule erleichtern soll. Es handelt sich um das Cube iwork10 v2. Leider ist es momentan nur direkt über einige Händler aus Fernost zu erhalten. In erster Linie handelt es sich um ein Android/Windows-Tablet, was mich ohne Zubehör 140€ gekostet hat. Ich habe mir noch eine Tastatur und einen Active Stylus für je ca. 20€ dazu gekauft. Alles in Allem hat es mich unter 200€ gekostet, also deutlich unter Surface Preisen. Sicherlich muss man Abstriche machen (s.u.). Mit den Nachteilen kann ich leben.

Hier nun mein kleines Video-Review:

Vorteile

  • Ganz klar der Preis. Für unter 200€ bekommt man einen guten Begleiter für den Schulalltag.
  • Klein. Das Gerät hat einen Bildschirmdiagonale von 10,1 Zoll. Netbook-Größe.
  • Active Stylus Support (Smartboard- + Dokumentenkamera-Ersatz).
  • Die Lieferzeit betrug bei mir über den Online-Händler Banggood ca. 1 Woche.
    • Wenn man die Versandoption „Priority Direct Mail“ und „Germany Direct Express“ auswählt, verzollt der Versender die Ware selbst und man muss keine Zollgebühren bezahlen.

Nachteile

  • Bei einem Defekt muss das Gerät nach Fernost zurückgeschickt werden. Das kostet u.U. ca. 20€.
  • Der Akku hält nur ca. 5 Stunden. Von meinem Macbook bin ich 8+ Stunden gewöhnt.
  • Die Kameras könnten besser sein, da ist noch Luft nach oben.
  • Es muss ein USB-Netzteil gekauft werden, Ladekabel ist vorhanden.
  • Mobil CPU (Intel X5-Z8300).

Hier noch die Links zu den Geräten / Zubehör:

Umzug von wordpress.com auf eigene Domain

Umzug von WordPress.com auf eigenen Webspace

Das ging einfacher als gedacht. Man kann ganz einfach seinen Blog von wordpress.com exportieren und dann in eine laufende WordPress-Instanz importieren.
Sogar die Autoren und Bilder werden übernommen. Wer hätte das gedacht.

So geht’s

Website-Einstellungen ‹ Informaticana — WordPress.com 2016-07-09 22-37-34

Zunächst lädt man sich auf wordpress.com seine Daten über den Menüpunkt „Export“ herunter. Das war in meinem Fall eine sehr kleine Zip-Datei mit einer XML-Datei. Darin sind alle Beiträge gespeichert, jedoch Grafiken nicht.

Daten importieren ‹ Informaticana — WordPress 2016-07-09 20-58-26

Dieser Umstand wird während des Imports mittels des WordPress-Plugins „WordPress Importer“, welches man vorher in der neuen Instanz installieren muss, behoben. Hier muss der Haken, wie im Screenshot sichtbar, gesetzt werden.

Das wars.

Moodle auch mit Tablet / Smartphone bedienen?

Moodle mit dem Smartphone bedienen

Momentan nutze ich Moodle u.a. in meinen Programmiertechnik-Kursen, im Prinzip in jedem IT-nahen Fach. Da die Arbeit hauptsächlich am PC stattfindet ist es auch kein Problem Moodle über einen Browser aufzurufen.

In meinem Zweitfach Englisch nutzte ich Moodle bis jetzt nur im Referendariat (BG Oberstufe). Ich lud Zusatzmaterial, Übungen, u.ä. hoch, damit die S&S sich selbstständig damit auseinandersetzten. Später band ich viele verschiedene Möglichkeiten wie Learningapps, Etherpad zur kollaborativen Erstellung von Texten (z.B. Comment) in den Moodle Kurs ein.

Das Problem: Wir mussten stets in einen Computerraum gehen, damit die S&S mit Moodle arbeiten konnten. Sehr umständlich.

Lösung

Die meisten S&S besitzen ein Smartphone oder Tablet und können dieses mit in den Unterricht bringen. An meiner Schule gibt es glücklicherweise kein Handyverbot. Mit den letzten Iterationen ist die Moodle-App deutlich besser geworden. Wenn es sich auch um keine Schönheit handelt.

Nicht nur können die S&S Inhalte während des Unterrichts leichter abrufen, auch unterwegs kann leichter darauf zugegriffen werden.

 

Moodle Mobile im Google Play Store
Moodle Mobile im Apple App Store

Screenshots

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The sky is the limit. Or is it?

Schülermotivation

Neulich bloggte ich u.a. über die begrenzte Motivation für Neues mancher Lehrkraft. Frei nach dem Motto „Geht de Mensche, wie de Leut“ gibt es eine weitere Gruppe. Aber ich muss etwas ausholen.

Als ich in die Schule ging, mussten englische Bücher umständlich und für teures Geld über den Buchladen bestellt werden. Das dauerte dann gerne mal eine Woche bis ein Buch abholbereit vorlag. Heute gibt es Amazon und das Kindle.

Englische Videokassetten brachte der Kumpel aus dem Sommerurlaub aus den USA mit. Pech hatte derjenige, der keinen NTSC-fähigen Videorecorder hatte. Heutzutage gibt es Youtube und Netflix für den Zugang zu englischen Videos. Die Auswahl ist riesig. Im Prinzip wird jedes potentielle Hobby der Schüler in Form von englischen Videos konsumierbar. Und das meist kostenlos.

Für Gespräche mit Muttersprachlern musste man in die entsprechenden Länder reisen oder bei einem Schüleraustausch mitmachen. Heute gibt es Facetime, Skype und r/languagebuds, die ebenfalls kostenlos sind.

Die Hürden eine Sprache / Fertigkeit / … zu lernen sind heutzutage wirklich gering. Jetzt plädiert man an die Vernunft eines Schülers sich in Englisch zu verbessern und auf dessen verbesserte Karrierechancen. Doch er antwortet:
„Ich will Politiker werden, ich brauch kein Englisch..“

Von Einzelkämpfern zu Team-Playern

Achtung: Bitte nicht diesen Artikel nicht in den falschen Hals kriegen. Ich schrieb ihn, als ich mal wieder feststellte, dass manches im Konstrukt Schule immer noch im alten Jahrtausend festhängt.

Einzelkämpfertum

Wenn Referendare nach dem Studium und ersten Wohlfühlveranstaltungen des Seminars das erste Mal in der Schule unterrichten sollen, schallen Ihnen je nach Lehrkraft Aussagen wie „Na klar, nimm! Ich würde mich auch über dein Material freuen“, aber auch „Ich hab alles im Kopf, ich brauche kein Material“ oder „Wieso sollte ich mein über lange Jahre erstelltes Material einfach verschenken, es hat mich schließlich viel Zeit gekostet!“ entgegen.

Klar soll auch der Referendar oder neudeutsch die LiV (Lehrkraft im Vorbereitungsdienst) lernen, wie man gute Lehrmaterialien erstellt, aber hat man das nicht schon im Studium getan? Für sich und Kommilitonen? Möglicherweise bereits für Vertretungsunterricht während des Studiums?

Woher kommt diese generelle Ablehnung alles Neuem mancher Kollegen?

Ein weiteres Beispiel: Ich komme gerade um die Ecke ans Lehrerzimmer und ein älterer Kollege meint zu einem anderen über das Digital-Signage-Display:
„Schau dir das an, so ein Schwachsinn. Wozu brauchen wir so etwas.“

Ich bin der Meinung, dass das ein Schutzreflex ist. Aus der Denke „Der Lehrer macht keine Fehler, er hat eben sein Fach studiert“. Vielleicht aber auch aus der Erkenntnis nicht unfehlbar zu sein und bei manchen Dingen den Anschluss verpasst zu haben. Auch Angst vor einem Kontrollverlust spielen eine Rolle. Der Mensch ist von Natur aus eben ein Gewohnheitstier.

Wandel der Bildungslandschaft

Kein Wunder, dass sich viele nicht über die Schulter blicken lassen wollen. Denn das ist die Folge, weil sie währen der meisten Zeit alleine ihren Job machen, sei es in der Klasse, bei der Unterrichtsvorbereitung, bei der Korrektur von Klassen- und Projektarbeiten, …

Trotzdem. Die Bildungslandschaft hat sich stark geändert und ist im steten Wandel. Das Meer an Medien, Informationen und Apps ist nicht mehr so einfach zu überschauen wie früher zu einer Zeit als lediglich eine geringe Anzahl an Verlagen für Nachschub sorgte.

Lagerkämpfe

Gehörst du zu den altbackenden Paukern, der hauptsächlich auf Frontalunterricht setzt oder eher zu den Lernbegleitern, die Snapchat, Instagram, … im Unterricht einsetzen und sich erst danach über den Sinn des Ganzen Gedanken machen? Heute schreit jeder, der nicht altbacken gelten will, nach dem letzten Trend. Tablets, Apps, Gimmicks. Alles soll anders werden. Neuer, hipper, schneller, leichter verständlich.

Aber ist es das? Lernen die Schülerinnen und Schüler durch die neuen Apps besser? Schneller? Effektiver? Gerade technikaffine Lehrkräfte halten sich oft nicht lange mit einer Sache auf, sondern reiten die nächste Welle.

Auf den ersten Blick sind diese Dinge aus Sicht der „Old-Schooler“ meist nur Spielzeug. Dinge, um sich wichtig zu machen. Dinge, um sie in den Schatten zu stellen. Niemand will in den Schatten gestellt werden und schon garnicht als antiquiert gelten.
So entstehen Lagerkämpfe.

Es darf keine stichhaltige Gründe mehr geben, warum die Einzelkämpfer Einzelkämpfer bleiben. Es muss auch ihnen leicht gemacht werden, neue Ideen aufzugreifen und ihnen Sicherheit geben. Es müssen mehr Team-Building-Maßnahmen her. Leider gibt der Schulalltag wenig Möglichkeiten für solche Termine. Dafür muss Zeit geschaffen werden. Auch entsprechende Mittel müssen gestellt werden.

Während meiner Berufsausbildung (a.k.a. Lehre, vor meiner Zeit als Lehrer) wurde ich auf eine Weiterbildung zu Siemens nach Nürnberg geschickt, 4 Tage Vollverpflegung und kulturellem Programm am Abend.

Der Schulalltag als Kontrastprogramm sieht so aus:
Mit Glück ist die Fortbildung wirklich durchdacht und kostet nicht viel. Man darf trotzdem Fahrkosten und den Kaffee und Mittagessen selbst zahlen. Für Vertretung muss ebenfalls selbst gesorgt werden…
Nicht falsch verstehen. Ich liebe meinen Job, aber ist das anspornend? Nachdem man Aussagen wie „Schwachsinn, …“ hört? Es muss auch hier Besserung geben. Wenn der Unterricht / Schule / … besser werden soll, dann müssen entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Beständigkeit im Wandel

Gerade Bildung braucht verlässliche Lehr-Lern-Arrangements, auf die man setzen kann. Angeschaffte Tablets werden in 5 Jahren alte Eisen sein, bei Android-Geräten sogar schon nach 1-2 Jahren. Durchdachte Konzepte sind gefragt. Nicht die Geräte sind der Heilsbringer, sondern was man damit macht und wie man sie einsetzt!

Es bringt nichts, wenn in jeder Schule Experimente gefahren werden, ohne, dass man sich darüber unterhält und an einem Strang zieht. Gerade aus wirtschaftlicher Sicht macht das wenig Sinn, wenn in jeder Schule die gleichen Gedanken gesponnen werden. Erfahrungen müssen ausgetauscht werden. Best-Practice-Beispiele müssen publik gemacht werden.

Arbeitsmaterialien für Digitaltechnik

Update (29.04.2016): Weitere Quelle hinzugefügt

Man hat zwar gutes Material, aber bei den Lern-Lehrmitteln bin ich Jäger und Sammler und kreiere daraus gerne etwas eigenes.

Daher hier der Tipp eines Kollegen zu geeignetem Digitaltechnik-Material: wittenfeld.net
Die Arbeitsblätter, bzw. das Skript sind zwar klassisch gestaltet, aber dennoch sauber und klar verständlich. Besonders der Einstieg als Arbeitsblatt schaut gut aus:

Grundlagen

Ein weiterer Tipp ist die Seite von Martin Jakobs. Auch hier finden sich fertige Arbeitsblätter samt Lösungen, die aber nicht als alleiniges Medium ausreichen. Ohne weitere Anhaltspunkte sind diese in meinen Augen nicht selbstständig lösbar.

Modul 1 - Logische Grundoperationen, Gatter und Schaltnetze [Kompatibilitätsmodus] 2016-04-18 20-21-32

Javascript: Iframes automatisch scrollen lassen

Da unser Vertretungsplan zu Zeiten (zur Zeit Grippewelle) recht lang ist, passt er nicht komplett auf das Digital-Signage-Layout von Xibo.

Also musste etwas her, was alle Teile der Webseite anzeigt, natürlich ohne Nutzerinteraktion, da das ja mit Xibo zunächst nicht möglich ist.

TheySeeMeScrolling
They see me scrolling…

Da in Xibo auch Html-Seite integriert werden könne, kann man leicht mittels einer Iframe eine externe Seite nachladen (wie eben unseren Vertretungsplan).
Einige Code-Snippets später, fand ich den geeigneten hier.

Das animierte Gif (oben) ist übrigens mit Giphy Capture aufgenommen.

Digital Signage in unserer Schule – And so it begins…

Edit (02.05.16): Mittlerweile hängt am Lehrerzimmer ein Infopanel. Demnächst gebe ich eine Schulung zwecks Administration.

Was ist Digital Signage?

Unter Digital Signage versteht man die Nutzung von Flachbildschirmen als Medieninhalte, z.B. als Nachrichtenträger oder auch als Werbung. Man kennt diese Geräte zum Beispiel von Flughäfen oder Hotels

Digital Signage, San Juan Airport

Digital Signage, San Juan Airport steht unter der CC BY-NC-ND 2.0-Lizenz

Zweck

Da die Informationsweitergabe an die Schüler, aber auch an die Eltern z.B. beim Tag der offenen Tür, auf den aktuellen Stand der Technik gehoben werden soll, schlug ich unserem Abteilungsleiter vor, das Infopanel zu aktualisieren.
Mit einer Digital-Signage-Lösung lassen sich wichtige Informationen leichter übermitteln. Beispielsweise kann man den Vertretungsplan (s.u.), aktuelle Termine und Nachrichten rund um die Schule anzeigen. Dies läuft allerdings noch passiv, d.h. ohne Benutzerinteraktion.

Welche Software / Hardware wird gebraucht?

Es gibt sehr viele DS-Anbieter auf dem Markt. Viele bieten gute, aber auch teure Lösungen an. Meist bekommt man Hardware, Software und Service aus einer Hand.
Sehr bequem, aber hoffnungslos überteuert und zu unflexibel für den Schuleinsatz. Aus diesem Grund habe ich mich für die Open-Source-Lösung Xibo entschieden.

Xibo bietet eine unheimliche Flexibilität ähnlich wie Linux, d.h. aber auch, dass man im Vorfeld alles genau konfigurieren muss.
Unter Anderem bietet es:

  • Benutzeraccounts und -gruppen mit unterschiedlichen Rechten (s.u.)
  • Terminplanung für besondere Ereignisse, z.B. Elternsprechtag mit Rauminformationen, …
  • Verschiedene Layouts für verschiedene Events oder Displays, z.B. ein Display auf dem hauptsächlich der Vertretungsplan angezeigt wird, ein anderes für Infos für Besucher, …
  • Eine Vielzahl von Extramodulen, z.B. RSS-News, Youtube-Videos, …

Was wird für Xibo benötigt?

Zunächst einmal muss ein Xibo-CMS installiert werden. Dafür wird lediglich ein Webserver benötigt (z.B. Apache2), PHP-Module und Mysql, d.h. es läuft auf nahezu allen gängigen Betriebssystemen.
Ich habe mich in Sachen Hardware für eine Asrock Beebox mit 8GB Ram und 128GB SSD von Samsung entschieden. Darauf läuft Ubuntu 16.04 LTS, da es hierfür mind. 5 Jahre Updates gibt und es sich weiterhin leicht updaten lässt. Sicherheitsupdates werden weiterhin automatisch installiert.

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Xibo-Server wird installiert (@home)

Weiterhin benötigt man für jedes Display / TV einen Client, der dann die Inhalte vom Server holt und diese auf dem Display anzeigt. Dieser läuft aktuell leider nur auf Windows- bzw. Android-Basis stabil. Die Entwicklung des Ubuntu-Clients hat man zunächst bis zur Version 1.8 zurückgestellt. Mit der kommenden Version soll dann auch erstmalig eine Interaktion mittels Touch möglich sein.
Auch hier wird eine Asrock Beebox eingesetzt, da diese sehr stromsparend ist, gute Leistungen bietet und vor allem auf drei Displayausgänge hat (2x HDMI und 1x Displayport), d.h. im Extremfall kann man mit einem Gerät drei Displays gleichzeitig bedienen. Allerdings ist dann eine Videowiedergabe aufgrund der begrenzten Grafikkarten-Performance mit Qualen verbunden.

Alternative Xibo-Hoster

Wem dieser Aufwand zu groß ist, der kann auch auf eine Vielzahl von Xibo-CMS-Hostern zurückgreifen, die die gleiche Funktionalität für schmales Geld bieten. Beispielsweise wäre xibo-de.com zu nennen, die für einen kleinen einstelligen Betrag pro Monat ein Xibo-CMS betreiben lassen.

Aktueller Stand

Momentan ist der Server installiert und konfiguriert. Er wurde in den Osterferien im Verwaltungsnetz installiert, sodass das Sekretariat und die Schulleitung neue Infos und Termine publizieren kann. Weiterhin installierte ich den Client und hänge ihn ebenfalls ins Netz. Der oben abgebildete Monitor wird dann das erste Anzeigeelement sein, welches am Lehrerzimmer installiert wurde.

Später dann werden dann zwei 50 Zoll TVs angeschafft, die dann ebenfalls zur Informationsweitergabe verwendet werden.

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Wie sieht mein aktuelles Klausur-Arrangement aus?

Mein Klausurarrangement

Mein Klausurarrangement hat sich in der Vergangenheit doch stark verändert. Daher möchte ich hier mein aktuelles Setup schildern.

Sitzordnung

Zunächst einmal stellen wir alle Tische parallel zum Lehrertisch auf, damit ein über die Ecke schielen nicht klappt. Weiterhin sollte, wenn möglich, immer nur ein Prüfling am Tisch sitzen. Das hat weiterhin den Vorteil, dass sie genügend Platz für das Material haben.
Manchmal klappt das nicht, da die Klasse größer ist, dann kann man bei uns einen großen Klausurraum buchen.
Wenn alle Prüflinge sitzen, dann begebe ich mich in den hinteren Bereich des Raums, sodass ich alles genau überblicken kann.

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Weiterhin kann man auf dem Foto gut erkennen, dass ich mit dem Beamer die aktuelle Uhrzeit anzeigen lasse (z.B. von hier), sodass auch die Fragerei nach der Uhrzeit nicht aufkommt.

Erlaubte Hilfsmittel / Was ist auf dem Tisch?

Wie hier bereits vertwittert, müssen alle Prüflinge ihre Handys und mittlerweile auch Smartwatches vor der Arbeit vorne auf das Lehrerpult ablegen.
Grundsätzlich sage ich allen Prüflingen, dass sie alles vom Tisch nehmen sollen, außer 4 Seiten Papier, 2 Stiften (falls einer versagt), Getränke, Essen und sonstigen erlaubten Hilfsmitteln wie Taschenrechner oder Konzeptpapier.

Klausuraufgaben

Platz für Lösungen auf dem Aufgabenblatt

Anfangs habe ich in Informatik mit Word extra Tabellen angelegt, um Flächen in Form von Karopapier für die Lösung der Aufgaben abzudrucken. Leider habe ich das schnell aufgeben müssen, da manche Prüflinge direkt los schreiben und keinen Tintenkiller zur Hand haben, also doch wieder auf eigenes Papier zurückgriffen. Mittlerweile wird die Arbeit wieder direkt auf eigenem Karopapier gelöst.

Falten, Korrigieren, Tackern

Wenn ein Prüfling fertig ist, muss er alle Blätter seiner Arbeit im Stapel in der Mitte falten und mir abgeben. Erst nachdem ich die Arbeit korrigiert habe, wird Aufgabenblatt mit Lösungsblättern zusammengetackert. Das beruht auf der Erfahrung, dass ich bei zusammengetackerten Blättern einfach länger brauche, bis ich alle Aufgaben korrigiert habe. Sind sie nicht zusammengetackert, kann ich sie zunächst auf dem Schreibtisch ausbreiten und habe den kompletten Überblick über alle gelösten Aufgaben und muss nicht suchen, wo der Schüler möglicherweise eine Teilaufgabe untergebracht hat.

A- oder B-Gruppe

Man kann natürlich noch dafür sorgen, dass es zwei verschiedene Gruppen gibt, sodass das Abschreiben weiterhin erschwert wird. Einfacher geht es jedoch, wenn man wie ich zwei Themengebiete in einem Lernfeld prüfen muss (Lernfeld 4 – Einfache IT-Systeme). Hier wird zeitlich das Gebiet Elektrotechnik, sowie Digitaltechnik kontrolliert. Mein Kollege und ich teilten also die Arbeit in 2 Teile und teilen je einer Hälfte der Klasse zunächst den Elektrotechnikteil (~Gruppe A) und der anderen Hälfte den Digitaltechnikteil (~Gruppe B) aus. Wenn ein Schüler mit einem Teil fertig ist, teilt die LK ihm den anderen Teil der Arbeit aus.

Es muss nicht gleich ein Surface Pro sein…

Das Microsoft Surface Pro 4 kostet je nach Ausstattung um die 1000€.

Da ich bereits ein Android-Tablet habe, wollte ich wissen, ob es mit einem stinknormalen Android-Tablet die Möglichkeit des Annotierens eines digitalen Dokuments, ähnlich wie mit dem Stylus des Surface, gibt.

Mit dem Surface Pro lassen sich einfach mit dem mitgelieferten Stift Dinge aufschreiben, ohne dass der Handballen einem in die Quere kommt. Leider gibt es nicht viele Apps, die dies unter Android ermöglichen, bis eben auf Inkredible.

Inkredible erkennt aufgrund der geringen Dicke des Stylus, dass es sich eben um einen solchen handeln muss, sodass man auch den Handballen auflegen kann. Im Übrigen ist Inkredible auch im IOS App Store erhältlich.

Mit Inkredible ist die Grundfunktion des Stifts kostenlos. Möchte man andere Schreibstile (z.B. Pinsel, o.ä.)  benutzen, müssen diese gekauft werden.

Ich habe die App erst vor wenigen Tagen kennengelernt, bin aber positiv überrascht. Mal sehen, ob ich es in meinen normalen Unterrichts-Workflow einbaue.

Linux Einstieg in der Berufsschule mittels VPS?

VPS? Was ist das?

Auf real existierender Hardware werden mehrere virtuelle Server emuliert, sodass auf einem Gerät eine Vielzahl kleiner Servern laufen kann. Aufgrund der extrem geringen Systemanforderungen von Linux kann so eine hohe zweistellige Zahl an virtuellen privaten Servern (kurz VPS) auf nur einem physischen Gerät betrieben werden.

Das Ganze ist nicht nur sehr angenehm für Admins, sondern diese Virtualisierung lohnt sich vor allen Dingen für preisbewusste Kunden. Es ist ohne Weiteres möglich einen VPS für unter 5€ im Monat zu bekommen. Zu bestimmten Terminen wie Black Friday oder Weihnachten stellen Hosting-Anbieter noch günstigere VPS-Angebote ins Netz.

Einer meiner VPS bietet mir 1 CPU Core, 512MB RAM, 80GB HDD, 1TB Bandbreite und 1 IPV4 + 10 IPV6 Adressen. Das Ganze kostet mich 30€ im JAHR!
Wozu das Ganze? Um ein paar Stichworte zu nennen: eigene VPN-Umgebung, Compile-Server, eigene Cloud-Umgebung, usw.

Virtuelle Server? Was hat das mit Schule zu tun?

Nicht nur privat kann man VPS nutzen. In der Ausbildung von Fachinformatikern bietet sich der Blick über den Tellerrand (Richtung Linux) an.

Ein weiterer Pluspunkt: VPS stehen mit beiden Beinen im Internet und müssen nicht erst per NAT o.ä. künstlich ins Internet gehoben werden, wie es mit einer Windows-Instanz aus dem Schulnetz der Fall wäre.
Weiterhin ist das mühsame Installieren Vergangenheit, da die Installationen sich leicht über die Hoster-Weboberfläche auf den Ursprungszustand zurücksetzen lassen (siehe Screenshot). Das bedeutet, dass die Azubis nichts kaputt machen können. Viele Anbieter bieten meist mehrere Linux-Distributionen an, sodass man alle kennenlernen kann und die Gemeinsamkeiten und Unterschiede praktisch feststellen kann.

Distributionen
Distributionsauswahl

Verortung im Rahmenlehrplan

Im Rahmenlehrplan der Fachinformatiker habe ich mehrere Lernfelder ausmachen können, die zum Einsatz von VPS einladen:

Lernfeld 7: Vernetzte IT-Systeme z.B. Planung, Aufbau und Konfiguration von Netzwerkbetriebssystemen; Inbetriebnahme und Übergabe (Benutzer- und Ressourcenverwaltung)

Lernfeld 10: Betreuen von IT-Systemen z.B. Warten und Instandhalten – Hard- und Softwarekomponenten

Kostenübernahme

Im Gegensatz zu einer einmaligen Investition wie dem Kauf von mehreren Raspberry Pis, stelle ich mir die Kostenübernahme durch Schulträger schwieriger vor. Allerdings sind die Kosten für einen VPS sehr gering, sodass jeder Azubi zumindest einen VPS für 1-2 Monate mieten können dürfte. Eine Unterstützung durch den Arbeitgeber kann ich mir in vielen Fällen auch vorstellen.

Auswahl des VPS-Anbieters

Natürlich unterscheiden sich die Anbieter nicht nur im Preis, sondern auch in Ruf und Leistung. Oftmals gibt es Anbieter, die extrem günstige Preise aufrufen, da sie erst kurz auf dem Markt sind oder auch zu viele Instanzen auf einem Host (sprich „overselling“) laufen lassen. Auf lowendtalk.com kann man Angebote für VPS einholen und sich gleichzeitig über die Erfahrungen mit den Anbietern austauschen.
Weitere gute Anlaufpunkte sind lowendbox.com und lowendstock.com.