Moodle auch mit Tablet / Smartphone bedienen?

Moodle mit dem Smartphone bedienen

Momentan nutze ich Moodle u.a. in meinen Programmiertechnik-Kursen, im Prinzip in jedem IT-nahen Fach. Da die Arbeit hauptsächlich am PC stattfindet ist es auch kein Problem Moodle über einen Browser aufzurufen.

In meinem Zweitfach Englisch nutzte ich Moodle bis jetzt nur im Referendariat (BG Oberstufe). Ich lud Zusatzmaterial, Übungen, u.ä. hoch, damit die S&S sich selbstständig damit auseinandersetzten. Später band ich viele verschiedene Möglichkeiten wie Learningapps, Etherpad zur kollaborativen Erstellung von Texten (z.B. Comment) in den Moodle Kurs ein.

Das Problem: Wir mussten stets in einen Computerraum gehen, damit die S&S mit Moodle arbeiten konnten. Sehr umständlich.

Lösung

Die meisten S&S besitzen ein Smartphone oder Tablet und können dieses mit in den Unterricht bringen. An meiner Schule gibt es glücklicherweise kein Handyverbot. Mit den letzten Iterationen ist die Moodle-App deutlich besser geworden. Wenn es sich auch um keine Schönheit handelt.

Nicht nur können die S&S Inhalte während des Unterrichts leichter abrufen, auch unterwegs kann leichter darauf zugegriffen werden.

 

Moodle Mobile im Google Play Store
Moodle Mobile im Apple App Store

Screenshots

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The sky is the limit. Or is it?

Schülermotivation

Neulich bloggte ich u.a. über die begrenzte Motivation für Neues mancher Lehrkraft. Frei nach dem Motto „Geht de Mensche, wie de Leut“ gibt es eine weitere Gruppe. Aber ich muss etwas ausholen.

Als ich in die Schule ging, mussten englische Bücher umständlich und für teures Geld über den Buchladen bestellt werden. Das dauerte dann gerne mal eine Woche bis ein Buch abholbereit vorlag. Heute gibt es Amazon und das Kindle.

Englische Videokassetten brachte der Kumpel aus dem Sommerurlaub aus den USA mit. Pech hatte derjenige, der keinen NTSC-fähigen Videorecorder hatte. Heutzutage gibt es Youtube und Netflix für den Zugang zu englischen Videos. Die Auswahl ist riesig. Im Prinzip wird jedes potentielle Hobby der Schüler in Form von englischen Videos konsumierbar. Und das meist kostenlos.

Für Gespräche mit Muttersprachlern musste man in die entsprechenden Länder reisen oder bei einem Schüleraustausch mitmachen. Heute gibt es Facetime, Skype und r/languagebuds, die ebenfalls kostenlos sind.

Die Hürden eine Sprache / Fertigkeit / … zu lernen sind heutzutage wirklich gering. Jetzt plädiert man an die Vernunft eines Schülers sich in Englisch zu verbessern und auf dessen verbesserte Karrierechancen. Doch er antwortet:
„Ich will Politiker werden, ich brauch kein Englisch..“

Von Einzelkämpfern zu Team-Playern

Achtung: Bitte nicht diesen Artikel nicht in den falschen Hals kriegen. Ich schrieb ihn, als ich mal wieder feststellte, dass manches im Konstrukt Schule immer noch im alten Jahrtausend festhängt.

Einzelkämpfertum

Wenn Referendare nach dem Studium und ersten Wohlfühlveranstaltungen des Seminars das erste Mal in der Schule unterrichten sollen, schallen Ihnen je nach Lehrkraft Aussagen wie „Na klar, nimm! Ich würde mich auch über dein Material freuen“, aber auch „Ich hab alles im Kopf, ich brauche kein Material“ oder „Wieso sollte ich mein über lange Jahre erstelltes Material einfach verschenken, es hat mich schließlich viel Zeit gekostet!“ entgegen.

Klar soll auch der Referendar oder neudeutsch die LiV (Lehrkraft im Vorbereitungsdienst) lernen, wie man gute Lehrmaterialien erstellt, aber hat man das nicht schon im Studium getan? Für sich und Kommilitonen? Möglicherweise bereits für Vertretungsunterricht während des Studiums?

Woher kommt diese generelle Ablehnung alles Neuem mancher Kollegen?

Ein weiteres Beispiel: Ich komme gerade um die Ecke ans Lehrerzimmer und ein älterer Kollege meint zu einem anderen über das Digital-Signage-Display:
„Schau dir das an, so ein Schwachsinn. Wozu brauchen wir so etwas.“

Ich bin der Meinung, dass das ein Schutzreflex ist. Aus der Denke „Der Lehrer macht keine Fehler, er hat eben sein Fach studiert“. Vielleicht aber auch aus der Erkenntnis nicht unfehlbar zu sein und bei manchen Dingen den Anschluss verpasst zu haben. Auch Angst vor einem Kontrollverlust spielen eine Rolle. Der Mensch ist von Natur aus eben ein Gewohnheitstier.

Wandel der Bildungslandschaft

Kein Wunder, dass sich viele nicht über die Schulter blicken lassen wollen. Denn das ist die Folge, weil sie währen der meisten Zeit alleine ihren Job machen, sei es in der Klasse, bei der Unterrichtsvorbereitung, bei der Korrektur von Klassen- und Projektarbeiten, …

Trotzdem. Die Bildungslandschaft hat sich stark geändert und ist im steten Wandel. Das Meer an Medien, Informationen und Apps ist nicht mehr so einfach zu überschauen wie früher zu einer Zeit als lediglich eine geringe Anzahl an Verlagen für Nachschub sorgte.

Lagerkämpfe

Gehörst du zu den altbackenden Paukern, der hauptsächlich auf Frontalunterricht setzt oder eher zu den Lernbegleitern, die Snapchat, Instagram, … im Unterricht einsetzen und sich erst danach über den Sinn des Ganzen Gedanken machen? Heute schreit jeder, der nicht altbacken gelten will, nach dem letzten Trend. Tablets, Apps, Gimmicks. Alles soll anders werden. Neuer, hipper, schneller, leichter verständlich.

Aber ist es das? Lernen die Schülerinnen und Schüler durch die neuen Apps besser? Schneller? Effektiver? Gerade technikaffine Lehrkräfte halten sich oft nicht lange mit einer Sache auf, sondern reiten die nächste Welle.

Auf den ersten Blick sind diese Dinge aus Sicht der „Old-Schooler“ meist nur Spielzeug. Dinge, um sich wichtig zu machen. Dinge, um sie in den Schatten zu stellen. Niemand will in den Schatten gestellt werden und schon garnicht als antiquiert gelten.
So entstehen Lagerkämpfe.

Es darf keine stichhaltige Gründe mehr geben, warum die Einzelkämpfer Einzelkämpfer bleiben. Es muss auch ihnen leicht gemacht werden, neue Ideen aufzugreifen und ihnen Sicherheit geben. Es müssen mehr Team-Building-Maßnahmen her. Leider gibt der Schulalltag wenig Möglichkeiten für solche Termine. Dafür muss Zeit geschaffen werden. Auch entsprechende Mittel müssen gestellt werden.

Während meiner Berufsausbildung (a.k.a. Lehre, vor meiner Zeit als Lehrer) wurde ich auf eine Weiterbildung zu Siemens nach Nürnberg geschickt, 4 Tage Vollverpflegung und kulturellem Programm am Abend.

Der Schulalltag als Kontrastprogramm sieht so aus:
Mit Glück ist die Fortbildung wirklich durchdacht und kostet nicht viel. Man darf trotzdem Fahrkosten und den Kaffee und Mittagessen selbst zahlen. Für Vertretung muss ebenfalls selbst gesorgt werden…
Nicht falsch verstehen. Ich liebe meinen Job, aber ist das anspornend? Nachdem man Aussagen wie „Schwachsinn, …“ hört? Es muss auch hier Besserung geben. Wenn der Unterricht / Schule / … besser werden soll, dann müssen entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Beständigkeit im Wandel

Gerade Bildung braucht verlässliche Lehr-Lern-Arrangements, auf die man setzen kann. Angeschaffte Tablets werden in 5 Jahren alte Eisen sein, bei Android-Geräten sogar schon nach 1-2 Jahren. Durchdachte Konzepte sind gefragt. Nicht die Geräte sind der Heilsbringer, sondern was man damit macht und wie man sie einsetzt!

Es bringt nichts, wenn in jeder Schule Experimente gefahren werden, ohne, dass man sich darüber unterhält und an einem Strang zieht. Gerade aus wirtschaftlicher Sicht macht das wenig Sinn, wenn in jeder Schule die gleichen Gedanken gesponnen werden. Erfahrungen müssen ausgetauscht werden. Best-Practice-Beispiele müssen publik gemacht werden.