Buchempfehlungen 01/16

In den Weihnachtsferien hatte ich trotz familiärer und sonstiger Verpflichtungen Zeit ein paar wenige Bücher zu lesen.

Poorly Made in China von Paul Midler beschreibt die Erfahrungen eines amerikanischen Expats, der zwischen amerikanischen Importeuren und chinesischen Fabrikbesitzer vermittelt. Das Buch zeigt, wie sehr viele Geschäftsbeziehungen von einer Anfangseuphorie geprägt sind, die später immer frustrierender für die amerikanische Seite wird. Midler vergleicht die chinesischen Fabrikanten mit College-Absolventen. Viele Firmen möchten flexible, junge Bewerber, die möglichst bereits Erfahrungen gesammelt haben. Genauso ergeht es den chinesischen Firmen. Zunächst interessiert sich niemand für Fabriken, die keine Aufträge haben, daher bieten diese ihre Dienste kaum oberhalb der Wirtschaftlichkeit an. Sobald ein Importeur angebissen hat, steigen die Kosten, da nun die Fabrik attraktiver wird. Jedoch nicht nur das. Midler beschreibt die Tricks einer Seifenfabrikanten, der versuchte seine Marge bis ins kleinste zu steigern, indem er beispielsweise die Plastikwände der Flüssigseife verdünnte. Ohne das natürlich mit dem Importeur abzusprechen. Dies hatte zum Resultat, dass reihenweise Verpackungen beim Transport kaputt gingen. Zusammensetzungen wurden kurzerhand durch billige Alternativen ersetzt, fehlerhafte Etiketten weiterhin benutzt, usw.

Importeure haben es oft schwer seine Geschäftsbeziehung mit anderen Anbietern weiterzuführen, da diese mit den Fabrikaten der Erstfirma verwandt oder zumindest gut bekannt sind, bzw. die Erstfirma schnell dran ist die Produkte weiterhin auf eigene Faust zu produzieren, ohne den Segen des Importeurs (Stichwort Produktpiraterie) zu haben.

In The devil lies in the detail beschreibt Peter Littger die manchmal lustigen, manchmal auch nervigen Eigenheiten der Deutschen in Punkto englischer Sprache. Mal beschreibt er kreative denglische Eigengewüchse wie „Showmaster“ oder „pre-poning“ oder aber auch sehr interessante, weil schöne und ausdrucksstarke Wörter und idioms.

Meine Meinung:
Nicht nur für Englisch-Lehrer ein Muss.

 

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